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Fiese Falle:
Verbraucherschützer warnen vor Dating-Portal-Abzocke

Mit einer besonders dreisten Betrugsmasche versuchen derzeit vermehrt Datingportale Kasse zu machen. Sie verschicken fiktive Rechnungen über Leistungen von "anrüchigen" Webseiten und drucken Alltagsfotos ihrer Opfer mit auf die Abrechnung.
25.08.2023  19:27 Uhr

Scham der Opfer hilft den Betrügern

Das meldet die Verbraucherzentrale Berlin. In den vergangenen Wochen kam es dabei vermehrt zu solchen Betrugsversuchen, die den Verbraucherschützern gemeldet wurden. Die Dunkelziffer ist dabei sicherlich hoch, denn die Betrüger rechnen mit der Scham ihrer Opfer, niemandem die fiktiven Rechnungen zu zeigen. Oftmals werden hohe Summen gefordert, bis zu mehreren hundert Euro. Dabei wird einem Schema gefolgt: "Laut den Rechnungen handelt es sich um angebliche Dating-Websites, die anrüchige Namen haben und den Eindruck erwecken, schnelle Kontakte für unverfänglichen Sex zu vermitteln", erläutert Simon Götze, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Berlin.

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"Die Unternehmen gelangen durch verschiedene Methoden an persönliche Daten der Verbraucher. Anschließend hoffen sie darauf, dass die Betroffenen zu viel Scham haben, um Gegenwehr zu leisten. Aber Scham hilft hier nicht: Die Betroffenen müssen sich beraten lassen, sonst verlieren sie unnötigerweise viel Geld an Betrüger."

Bisher haben sich ausschließlich Männer bei der Verbraucherzentrale gemeldet, da sie sich sicher waren, dass es sich dabei um einen Schwindel handelt. Besonders dreist ist allerdings, dass die Rechnungen selbst schon wie ein Bußgeldbescheid von Behörden aussehen, zumal die Gauner ihre Rechnungen mit einem "Beweisfoto" schmücken, das ihr Opfer zeigt.

"Im Zusammenspiel mit dem sexuellen Bezug des Webseite-Namens, der prominent im Briefkopf abgedruckt ist, sollen sich die Verbraucher anscheinend bloßgestellt fühlen. Wie die Firmen an die Fotos der Verbraucher gekommen sind, ist dabei unklar", erläutert der Rechtsexperte Götze.

Widerrufsrecht nutzen

Keiner der Opfer konnte sich daran erinnern, jemals Mitglied des in den Rechnungen genannten Portals geworden zu sein. Der Verbraucherschutz rät Betroffenen dennoch, auf die Schreiben zu reagieren und sie nicht unbeantwortet zu lassen.

"Widerrufsschreiben der Verbraucher ignorieren die Unternehmen häufig. Daher ist es wichtig, den Widerruf per Einwurfeinschreiben zu erklären, damit Verbraucher einen Nachweis über den Versand haben", empfiehlt die Verbraucherzentrale. Zudem sollten Betroffene sich an die Verbraucherzentralen wenden.

Zusammenfassung
  • Datingportale versuchen durch Betrug Geld zu machen
  • Fiktive Rechnungen über angebliche Leistungen werden verschickt
  • Verbraucherzentrale Berlin meldet vermehrte Betrugsversuche
  • Betrüger nutzen Scham der Opfer, um hohe Summen zu fordern
  • Persönliche Daten der Verbraucher werden missbraucht
  • Rechnungen ähneln Bußgeldbescheiden, inklusive "Beweisfoto"
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