X

Bundesnetzagentur:
Post darf das Porto nicht vorzeitig erhöhen

Die Post überprüft regelmäßig die Preise, das geschieht in der Regel alle drei Jahre. Zuletzt war das 2021 der Fall. Nun wollte die Post aber schon jetzt das Porto erhöhen, doch die Bundesnetzagentur schob diesen Plänen einen Riegel vor - es konnte keine Notwendigkeit belegt werden.
07.08.2023  12:06 Uhr

Der Post auf die Finger geschaut

Die Behörde, die im vollen Namen Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen heißt, ist - wie man dem Namen entnehmen kann - nicht nur für moderne Kommunikationswege zuständig, sondern auch traditionelle. Eine ihrer Aufgaben ist es, der Deutschen Post auf die Finger zu schauen und in dieser Aufgabe wurde die Bonner Behörde nun tätig. Denn die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat der Post die vorzeitige Erhöhung des Portos untersagt. Die Behörde schreibt dazu: "Es war die Aufgabe der Bundesnetzagentur zu überprüfen, ob es im Vergleich zur Prognose der Post im letzten Maßgrößenverfahren 2021 zu signifikanten Steigerungen der Stückkosten gekommen ist oder kommen wird und deshalb eine vorzeitige Möglichkeit zur Anhebung des Portos gewährt werden muss."

Briefzustellung: Werbung macht 49 Prozent der Post aus
Infografik Briefzustellung: Werbung macht 49 Prozent der Post aus

Doch diese Überprüfung fiel für die Post nicht positiv aus, da die Bundesnetzagentur laut den ihr vorgelegten Daten nicht schlussfolgerte, dass reduzierte Sendungsmengen zu Kostensteigerungen geführt hätten. Im Gegenteil: "Die durchschnittlichen Stückkosten liegen sogar leicht unter der Prognose im Maßgrößenverfahren 2021."

Die BNetzA sah auch die Inflation nicht als ausreichendes Argument an, da sich deren Entwicklung nicht signifikant auf die relevanten Kosten im Briefbereich auswirke. Ähnliches gilt für die Steigerung der Tariflöhne, auch diese seien kein ausreichender Grund, das Porto zu erhöhen.

Die Bundesnetzagentur verwies auch auf "Herausforderungen in anderen Geschäftsbereichen", diese können und dürfen keine Folgen für das Briefporto haben: "Rund 85 Prozent des Umsatzes (der Deutschen Post) entfallen auf andere Segmente wie z.B. Pakete und Geschäftspost. Dort anfallende Kostensteigerungen müssen in diesen Segmenten über die Preise an Kunden weitergegeben werden."

Zusammenfassung
  • BNetzA verneint vorzeitige Erhöhung des Briefportos: "Keine Notwendigkeit"
  • BNetzA überprüfte Kostensteigerungen: "Stückkosten leicht unter Prognose"
  • Inflation & Tariflöhne als Argumente abgelehnt
  • Andere Geschäftsbereiche dürfen keine Folgen für Briefporto haben
☀ Tag- / 🌙 Nacht-Modus
Desktop-Version anzeigen
Impressum
Datenschutz
Cookies
© 2024 WinFuture