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Titanic-U-Boot wurde mit 40-Euro-Controller von Logitech gesteuert

Im Fall des derzeit verschollenen U-Boots, mit dem Touristen zum Wrack der vor 111 Jahren gesunkenen Titanic tauchen konn­ten, wird immer klarer, dass es besser gewesen wäre, die­ses nie zu Wasser zu lassen. Denn die dort eingesetzte Tech­nik war (nicht) konventionell.
21.06.2023  13:42 Uhr
Letzteres ist aber durchaus Definitionssache. Denn in der Regel sind Tauchboote, die in besonders großer Tiefe unterwegs sind, voller Spezialtechnik. Im derzeit verschollenen U-Boot mit dem Namen Titan war jede Menge konventioneller Technik verbaut - und das kann man eben als überaus unkonventionell bezeichnen. Der renommierte Wissenschaftsjournalist David Pogue durfte für den US-Sender CBS das Mutterschiff und U-Boot von Anbieter OceanGate Expeditions besuchen. Für die Sendung CBS News Sunday Morning konnte er mitsamt Kameracrew eine (kommerzielle) Expedition begleiten. Er sprach dabei auch mit OceanGate-CEO Stockton Rush, dieser befindet sich auch an Bord der nun vermissten Titan.

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Das Bild, das Pogue in seinem im vergangenen November ausgestrahlten Beitrag zeichnet (via Ars Technica), verhärtet nun den Eindruck, dass dieses Boot nie hätte tauchen dürfen - ähnlich wie auch ein Whistleblower bereits vor Jahren gewarnt hat. Der rund zehnminütige Film zeigt nämlich eine Konstruktion und technische Lösungen, die man nur als abenteuerlich bezeichnen kann.

Rush zeigt dem Journalisten das U-Boot auch von innen und verweist sichtlich stolz darauf, dass das nur einen Knopf habe, weil die Tauchfahrt bzw. das U-Boot "wie ein Aufzug sein sollte". Pogue meint im Beitrag, dass viele Teile des U-Boots improvisiert wirken: Es gibt Computerbildschirme "von der Stange", einen beleuchteten Haltegriff, den man im Camping-Zubehör-Handel kaufen kann und Konstruktionsrohre als Ballast.

Logitech-Controller zum Steuern

Rush zeigt auch stolz, wie das Boot gesteuert wird, nämlich mit einem handelsüblichen Gaming-Controller. Genauer gesagt ist es ein Logitech F710 Wireless, dieser ist derzeit für rund 40 Euro zu bekommen. Er wurde bereits 2010 auf den Markt geworfen. Ob die Angaben stimmen oder nicht, wissen wir nicht, aber auf Amazon gibt es dazu unter anderem Klagen zu "sporadischen Verbindungsproblemen" und diversen Qualitätsproblemen. Freilich ist derzeit der Grund für das Verschwinden des Titan-U-Boots nicht bekannt - richtig großes Vertrauen schafft der Einsatz eines 40-Euro-Controllers aber auch nicht.
Zusammenfassung
  • U-Boot Titan zum Titanic-Wrack verschollen
  • OceanGate Expeditions, CEO Stockton Rush an Bord
  • US-Sender CBS begleitete Expedition: U-Boot "wie Aufzug"
  • Technische Lösungen als abenteuerlich bezeichnet
  • Gaming-Controller Logitech F710 Wireless zur Steuerung
  • Tatsächlicher Grund für Verschwinden des U-Boots unbekannt
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