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So plant die Bundesnetzagentur die Drosselung der Stromversorgung

Eine zügige Umstellung von fossiler Brenntechnik auf elektrische Fahrzeuge und Heizungen bei gleichzeitigem Umbau der Strom-Infrastruktur kann zu Engpässen führen. In diesem Fall kann es punktuell zu Eingriffen der Bundesnetzagentur und der Versorger kommen.
16.06.2023  15:56 Uhr
Die Tatsache, dass die Bundesnetzagentur bei Problemen die Stromzufuhr abregeln kann, wird seit einiger Zeit immer wieder gern von den Lobbykräften der alten Energiebranche genutzt, um Angst vor der Energiewende zu schüren. Vermeintlich müssten Verbraucher damit rechnen, plötzlich im Dunkeln zu sitzen - oder zumindest im Kalten, wenn man ihnen den Strom für die Wärmepumpe abdreht. Bei der Bundesnetzagentur hat man hingegen eine ganz andere Vorstellung, wie Reaktionen auf Engpässe aussehen werden. "Verbraucher werden das meist kaum bemerken, da ein Basisbezug an Strom gesichert wird", erklärte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Das heißt: Licht und Steckdosen im Haushalt werden auf jeden Fall weiter funktionieren, es kann aber sein, dass etwa ein Elektroauto an der Wallbox in der Garage etwas langsamer auflädt als möglich oder die Leistung der Wärmepumpe vorübergehend reduziert wird - allerdings nicht so lange, dass die Wohnung auskühlen könnte.


Ausbau nicht bremsen

Generell geht man bei der Behörde nicht leichtfertig mit dem Thema um. "Wir haben in den vergangenen Monaten sehr genau zugehört und haben unsere Vorschläge in vielen Details verbessert", so Müller. So soll beispielsweise immer gewährleistet sein, dass steuerbare Verbrauchseinrichtungen - wie eben Wärmepumpen oder Wallboxen - immer auch während eines Eingriffs mindestens 4,2 Kilowatt bereitgestellt bekommen. Damit können Wärmepumpen weiter betrieben und E-Autos in aller Regel in zwei Stunden für 50 Kilometer Strecke nachgeladen werden, hieß es. Wer über eine eigene Solaranlage verfügt, bekommt deren Stromlieferung noch obendrauf.

Wenn in einigen Gegenden die lokalen Stromnetze zu schwach sind, um durchgehend allen Verbrauchern die volle Last bereitstellen zu können, will man aber auf keinen Fall den Ausbau der neuen Technologien bremsen. "Wir treffen mit konkreten Regelungen Vorsorge, dass Ladeeinrichtungen für E-Autos und Wärmepumpen zukünftig zügig angeschlossen und sicher betrieben werden können. Wir wollen, dass jeder angeschlossen wird und gleichzeitig alle ein sicheres Netz haben", so Müller weiter. Eingriffe in die Versorgung sollen daher auf jeden Fall das letzte Mittel sein und wenn es irgendwo mal dazu kommt, müsse anschließend das Netz an dieser Stelle mit Priorität ausgebaut werden.

Zusammenfassung
  • Energiewende kann zu Engpässen führen.
  • Eingriffe der Bundesnetzagentur und Versorger möglich.
  • Bundesnetzagentur: Verbraucher werden meist nichts bemerken.
  • Basisbezug an Strom gesichert.
  • Alle sollen angeschlossen und gleichzeitig ein sicheres Netz haben.
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