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Roboter und KI zu schlecht: Revolution bei Pizza-Lieferung gescheitert

Die Revolution bei der Pizza-Lieferung bleibt vorerst aus. Das Tech­no­lo­gie-Start­up Zume, das mit modernster Technik das gesamte Business umkrempeln wollte und dafür ordentlich Geld einsammelte, stellt seinen Geschäftsbetrieb endgültig ein.
13.06.2023  10:34 Uhr
Der Plan Zumes bestand darin, alle bestehenden Pizza-Lieferdienste durch kürzere Zustellzeiten und frischere Produkte zu schlagen. Das Konzept hierfür klang auch durchaus schlüssig, allerdings scheiterte die praktische Umsetzung. Warum das genau passierte, ist nicht bekannt - wahrscheinlich kamen hier aber vielfältige Probleme zusammen, die sich nicht allesamt lösen ließen. Risikokapitalgeber hatten insgesamt 445 Millionen Dollar in das Startup gesteckt. Allein 375 Millionen Dollar kamen von der japanischen Technologien-Holding Softbank. Als diese ihre Finanzierungsrunde abschloss, wurde Zume auf einen Gesamtwert von über 2 Milliarden Dollar taxiert - ein Zeichen dafür, wie zuversichtlich Anleger waren, dass die Firma ein vielversprechendes Modell verfolgt.


Eine tolle Theorie(!)

Der Plan Zumes bestand darin, in einer Firmenzentrale für eine Metropolregion lediglich die Basis-Körper einer Pizza - also den Teig mit Tomatensoße und Käse - robotisch vorzuproduzieren. Diese sollten dann in Lieferfahrzeugen, die mit mobilen High Tech-Küchen ausgerüstet sind, fertiggestellt werden. Wenn ein Kunde in seiner Liefer-App nun eine bestimmte Pizza bestellte, sollte diese im Fahrzeug endgefertigt werden.

Anhand von GPS und Verkehrsinformationen berechnete man die voraussichtliche Ankunftszeit, sodass die Pizza punktgenau kurz vor der Auslieferung fertig gebacken gewesen wäre. In einer weiteren Steigerungsform sollten außerdem KI-Algorithmen dafür sorgen, dass der Belag genau für den Geschmack des jeweiligen Kunden optimiert wird.

Eines der größten Probleme bestand allerdings darin, die Endfertigung hinzubekommen. Es zeigte sich, dass selbst präzise arbeitende Roboter kaum in der Lage waren, während der Fahrt eine Pizza ordentlich zu belegen. Denn in den Stadien vor dem fertig gebackenen Produkt, hatte man es mit verschiedenen Ausprägungen von weichen und flüssigen Zutaten zu tun. In scharfen Kurven oder bei plötzlichen Bremsmanövern glitt regelmäßig der Käse von der Pizza. Daher parkte man die Backwagen irgendwann nur noch an zentralen Orten und lieferte die fertigen Pizzen wieder auf herkömmlichem Weg aus - das allerdings war angesichts der hohen Investitionskosten wirtschaftlich nicht tragbar.

Zusammenfassung
  • Zume wollte Pizza-Lieferdienste revolutionieren und scheiterte.
  • 445 Mio. Dollar Investitionen, 375 Mio. von Softbank.
  • Pizza-Basis in Zentrale produziert, Endfertigung im Lieferfahrzeug.
  • KI-Algorithmen für Geschmacks-Optimierung.
  • Roboter nicht in der Lage, Pizza während Fahrt zu belegen.
  • Zentrale Backwagen, Lieferung auf herkömmlichem Weg.
  • Wirtschaftlich nicht tragbar, Zume stellt Geschäftsbetrieb ein.
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