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Bard: Googles KI-Chatbot hat Angst vor der EU - so geht es per VPN doch

Google hat gestern Abend anlässlich der Eröffnung der Ent­wick­ler­kon­fe­renz I/O 2023 verlauten lassen, dass der haus­ei­ge­ne KI-Chat­bot Bard ab so­fort in 180 Län­dern ver­füg­bar sein soll. Das stimmt auch - die EU und Deutsch­land blei­ben au­ßen vor. Hin­ter­grund ist die DSGVO.
11.05.2023  10:44 Uhr
Die in Deutschland und anderen Ländern gültige Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verhindert bisher, dass Google Bard auch in Europa angeboten wird. Während eine Vielzahl anderer Länder auf dem amerikanischen Kontinent, in Asien, Afrika und Osteuropa die Möglichkeit bekommen haben, Googles "Antwort auf ChatGPT und Microsofts Bing-Chatbot" schon jetzt auszuprobieren, schauen Nutzer aus EU-Mitgliedsstaaten nach wie vor in die Röhre.
Google Bard
Bard verrät, weshalb Bard nicht in der EU funktioniert

Dass die DSGVO der Grund ist, verrät einem Google Bard auf Anfrage selbst. Fragt man den Google-Bot, weshalb Bard in der EU nicht funktioniert, nennt dieser ausdrücklich die hierzulande gültigen Datenschutzbestimmungen als Begründung. So sei durch die DSGVO geregelt, wie Google und andere Online-Dienstanbieter mit den Daten von EU-Bürgern umzugehen haben und welche sie überhaupt erfassen dürfen.

Google kann noch keine Einhaltung der DSGVO-Vorschriften garantieren

Da Google derzeit keine Einhaltung der DSGVO (Englisch GDPR) garantieren könne, sei Bard noch nicht in EU-Ländern verfügbar. Das Unternehmen arbeite derzeit daran, den Chatbot früher oder später auch hierzulande nutzbar zu machen. Neben der DSGVO gebe es unter Umständen auch noch andere Lizenzen und Zertifizierungen, die Google für den Betrieb von Bard in der EU erwerben müsse, so der Bot in seiner Antwort weiter.

Google habe sich der weltweiten Verfügbarkeit von Bard verschrieben und arbeite unter Hochdruck daran, dies so schnell wie möglich zu erreichen, heißt es außerdem. Die Antwort des Chatbots von Google, die kurioserweise nur dann geliefert wird, wenn man den Umweg über eine VPN-Verbindung ins Nicht-EU-Ausland geht, ist nicht auf Googles offiziellen Informationsseiten zu Bard zu finden.


VPN verschafft uneingeschränkten Zugriff

Wer den Google-Chatbot also nutzen will, muss sich zwangsläufig in der EU darauf einstellen, dies nur über ein VPN machen zu können. Immerhin ist der Zugriff jetzt deutlich einfacher, denn die Warteliste ist weggefallen und man hat jetzt mehr als 180 Länder und Regionen zur Auswahl, in die man eine VPN-Verbindung herstellen kann, um Bard zu nutzen.

Am besten nutzt man dafür einen der zahlreichen VPN-Anbieter, die ihre Dienste meist kostenpflichtig für einen relativ schmalen monatlichen Obolus anbieten. Alternativ lässt sich auch die integrierte VPN-Funktion von Browsern wie Opera nutzen. Außerdem gibt es mit Proton VPN und Privado VPN auch noch zwei Anbieter von kostenlosen VPN-Lösungen, die ebenfalls zu Testzwecken einfach und schnell eingerichtet und genutzt werden können, um Bard auszuprobieren.

Kurioserweise ist Microsofts Bing-Chatbot, der auf GPT-4 von OpenAI basiert, ohne weitere Einschränkungen auch in Deutschland und anderen EU-Ländern nutzbar. Außerdem kann der KI-Bot der Redmonder auch in deutscher Sprache verwendet werden - bei Google Bard wird dies wohl noch einige Wochen, wenn nicht sogar Monate dauern, wobei die DSGVO in diesem Fall wohl nicht unbedingt für eine beschleunigte Verfügbarkeit in deutscher Sprache sorgen dürfte.

Zusammenfassung
  • Google Bard soll ab sofort in 180 Ländern verfügbar sein.
  • Die DSGVO verhindert bisher den Betrieb von Bard in der EU.
  • Fragt man den Bot, nennt dieser die DSGVO als Begründung.
  • Google arbeitet an der Einhaltung der DSGVO, um den Chatbot nutzbar zu machen.
  • Wer den Bot nutzen will, muss sich auf Umwege einstellen.
  • Bing-Chatbot ist ohne Einschränkungen auch in Deutschland und EU nutzbar.
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