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Falsche Paketbenachrichtigung: Bekannte SMS-Betrugmasche ist zurück

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor einer neuen Welle einer SMS-Betrugsmasche. Unbekannte versuchen dabei angebliche Zollgebühren für Pakete einzufordern und sind damit überraschenderweise häufig erfolgreich.
Deutsche Post
06.05.2023  09:18 Uhr
Die Betrugsmasche wird auch in den sozialen Netzwerken wie TikTok und Twitter derzeit heiß diskutiert - denn interessanterweise fallen viele, vor allem jüngere, Nutzer auf den Scam herein. Das Ganze ist einfach gemacht. Die Betrüger senden eine SMS, in der darüber informiert wird, dass für ein Paket eine Zollgebühr in Höhe von 2,99 Euro erhoben wird. Angehängt ist ein Link, bei dem man diese "Gebühr" gleich bezahlen kann, um das Paket dann auch endlich zu bekommen. Wenn jemand darauf reinfällt und zum Beispiel zum Bezahlen seine Kreditkartendaten hinterlässt, kann das natürlich deutlich teurer werden, als 2,99 Euro.

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Paketerhalt wird nicht infrage gestellt

In den sozialen Netzwerken outen sich nun viele jüngere Nutzer, dass sie darauf hereingefallen sind und die Forderung für legitim hielten. Das klappt vermutlich gut, da man sich ständig irgendetwas im Internet bestellt und auf ein Paket wartet. Zudem ist die SMS als Phishing-Instrument immer noch verhältnismäßig unbekannt. Man bringt Betrug und SMS nur mit dem sogenannten Enkeltrick in Verbindung.

Die Verbraucherzentrale weist nun darauf hin, dass sie in letzter Zeit gehäufte Meldungen der SMS-Paketmasche bekommen hat. Es gibt dabei verschiedene Ansätze, wie die Unbekannten an Daten kommen wollen. "Einige Betrüger haben es darauf abgesehen, schädliche Apps zu verbreiten, Ihre Daten auslesen oder auch massenweise SMS an gespeicherte Kontakte senden. Diese Betrugsform ist als Smishing bekannt", schreiben die Verbraucherschützer.

Bekanntes Thema

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat vor geraumer Zeit bereits einen Leitfaden veröffentlicht, der sich mit dem Thema SMS-Paketbetrug beschäftigt:

Tipps gegen betrügerische SMS

Da man sich nur schwer vor dem Erhalt solcher betrügerischen SMS schützen kann, gibt es stattdessen eine Reihe von Tipps, wie man mit Phishing-SMS umgehen sollte. Wir hatten bereits den kurzen Leitfaden zu dem Thema veröffentlicht, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) herausgegeben hat. Die Tipps sind immer noch aktuell.

Was tun, wenn man schon auf einen Link geklickt und Daten preisgegeben hat?

Sollten Sie schon einen Link angeklickt oder sogar schon Software installiert haben, empfiehlt das BSI darüber hinaus:

  • Nehmen Sie Ihr Gerät aus dem Mobilfunknetz, indem Sie den Flugmodus aktivieren. Damit unterbinden Sie weiteren SMS-Versand und eine eventuelle Kommunikation von Android-Schadsoftware mit anderen Geräten.
  • Informieren Sie Ihren Mobilfunkprovider über Ihren Fall.
  • Prüfen Sie Ihr Bankkonto oder Ihren Zahlungsdienstleister auf Abbuchungen, die Sie nicht beabsichtigt haben.
  • Auch in diesem Fall ist es ratsam, eine Drittanbietersperre einrichten zu lassen. Hier hilft Ihr Mobilfunkanbieter weiter.
  • Erstatten Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle. Nehmen Sie dazu Ihr Smartphone zur Beweissicherung mit.
  • Setzen Sie Ihr Smartphone auf Werkseinstellungen zurück (nachdem Sie Anzeige erstattet haben). Sichern Sie vorher alle wichtigen Daten wie Fotos, Dokumente usw. lokal (zum Beispiel über eine USB-Verbindung). Mit dem Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen gehen alle gespeicherten und installierten Daten verloren. Dieser Schritt ist allerdings notwendig, um die über die aktuellen SMS-Spam-Nachrichten verteilten Android-Schadprogramme vollständig zu entfernen.

Zusammenfassung
  • Verbraucherzentrale warnt vor neuer SMS-Betrugsmasche
  • Betrüger fordern angebliche Zollgebühren für Pakete
  • Viele, v.a. junge Nutzer, fallen auf den Scam herein
  • Betrüger versuchen Daten auszulesen oder Apps zu verbreiten
  • Verbraucherzentrale empfiehlt vorsichtig zu sein
  • Betrugsform bekannt als "Smishing"
  • Diskussion in sozialen Netzwerken wie TikTok und Twitter
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