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eBooks taugen nicht als Status-Symbol: Fake-Bücher fürs Regal boomen

Seit Jahren boomt die Nutzung von eBooks oder das Lesen langer Texte wird durch andere Medien sogar ganz verdrängt. Trotzdem wollen viele Menschen ein gut sortiertes Bücherregal als eine Art Statussymbol vorweisen können - was Anbieter von Fake-Büchern boomen lässt.
03.05.2023  10:31 Uhr
Es dürfte nicht oft vorkommen, dass in einer Wohnung nicht irgendwo ein gut gefülltes Bücherregal herumsteht. Vielfach konnte man hier auch in der Vergangenheit bezweifeln, dass der Besitzer die dort aufgereihten Werke auch wirklich allesamt gelesen hat. Inzwischen kommt es aber immer häufiger vor, dass das Regal auch bei durchaus belesenen Menschen gar keine echten Bücher mehr enthält. Waren die Anbieter von Fake-Büchern einst vor allem für die Ausstattung von Muster-Einrichtungen und die Film-Requisite tätig, boomt inzwischen das Geschäft auch mit Privatkunden, wie aus einem Bericht der New York Times hervorgeht. Denn auch wer seit Jahren faktisch nur noch elektronische Ausgaben auf einem entsprechenden Reader liest, will dann doch oft ein repräsentativ wirkendes Regal herumstehen haben.

Tianjin Binhai Bibliothek
Bücher, Bücher, Aludeko - die Tianjin Binhai Bibliothek

Fake-Bücher gibt es dabei in verschiedensten Formen: Ausgehöhlte, ehemals echte Bücher, Stoffhintergründe mit aufgedruckten Bildern von Büchern, leere kastenförmige Objekte mit gefälschten Titeln und Autoren oder manchmal auch nur eine Fassade aus Buchrücken entlang eines Bücherregals. In den USA kann man beim Unternehmen Books by the Foot sogar echte Bücher als Dekoration erwerben. Hier geht es nicht um Inhalte, verkauft werden nach zu füllender Regal-Strecke Second-Hand-Bücher, die nach Farben und Größen passend sortiert sind - Hauptsache, es ergibt sich ein stimmiges Bild.

Kein Fake-Bücherregal in Privatwohnungen kann es letztlich aber mit der Meisterin der Täuschung aufnehmen: Der Tianjin Binhai Bibliothek in China. Bei dieser handelt es sich um einen hochmodernen Bau, dessen Design das Buch vollkommen in den Fokus rückt. Und hier stehen zwar durchaus viele echte Bücher herum, die zum Lesen und Stöbern einladen - insbesondere in den oberen Regalreihen finden sich aber vor allem perforierte Aluminiumplatten statt echter Papier-Werke wieder.

Zusammenfassung
  • Viele Menschen wollen ein gut sortiertes Bücherregal als Statussymbol.
  • Anbieter von Fake-Büchern boomen.
  • Fake-Bücher gibt es in verschiedenen Formen.
  • In USA kann man echte Bücher als Dekoration erwerben.
  • In China gibt es eine Bibliothek mit vielen Fake-Büchern.
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