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Selbst Google-Belegschaft ist verwirrt, was die Führung mit Bard vorhat

ChatGPT, die große Bedrohung: Google war seit seiner Gründung nicht so unter Druck. Die Führung scheint aber noch keinen klaren Kurs für "Bard" gefunden zu haben. Gegenüber Mitarbeitern sagt man, die eigene KI sei nicht für "Suchen" gedacht, die Prioritäten sind unklar.
06.03.2023  13:40 Uhr

KI-Problem: Mitarbeiter wissen nicht, welches Ziel Google mit "Bard" verfolgt

Microsoft und OpenAI stehen seit Wochen wegen ChatGPT und Bing im Rampenlicht, Google wurde von dem fortschrittlichen Sprachmodell und der schnellen Integration in Bing kalt erwischt. Die erste öffentliche Vorstellung der eigenen Alternative "Bard" lief gründlich schief, die Google-Gründer sollen jetzt helfen, wieder Anschluss zu finden. Jetzt zeigt sich, dass auch intern aktuell kein klarer Kurs in Bezug auf das "KI-Problem" gefunden scheint.

CNBC will jüngst Zugriff auf Audioaufnahmen eines Meetings bei Google erhalten haben. Darin wird sehr deutlich, dass auch Mitarbeiter, die Bard entwickeln, aktuell nicht wissen, welches Ziel der Konzern mit der eigenen KI genau verfolgt. Nach der ersten öffentlichen Vorstellung hatte die Führungsebene demnach kommuniziert, dass man keine Alternative zur Suche entwickeln wolle - Prioritäten und Anwendungsfelder sind bis jetzt aber offenbar nicht definiert. Und so sprechen die verantwortlichen Mitarbeiter, die die Entwicklung von Bard eigentlich vorantreiben sollen, in Bezug auf das Projekt von "widersprüchlichen Antworten von Führungskräften".

Sundar Pichai betont die Probleme

Jack Krawczyk, der Produktverantwortliche von Bard, scheint in seiner Erwiderung klarzumachen, dass man auch im Google-Management hier noch keine klaren Antworten gefunden zu haben scheint: Die Sprachmodelle seien hervorragend darin, menschlich anmutende Texte zu erstellen. "Aber sie sind nicht gut darin, sicherzustellen, dass ihre Texte auf Fakten basieren. Warum denken wir, dass die erste große Anwendung die Suche sein sollte, bei der es im Kern darum geht, wahre Informationen zu finden?", so der Bard-Verantwortliche.

Danach findet Krawczyk eine Formulierung, die wohl sehr deutlich macht, wie schwer es Google fallen wird, seine Suche grundlegend zu verändern. "Wenn man mehr in die suchorientierten Bereiche vordringen will, haben wir bereits ein Produkt dafür - es heißt Suche." Was will man dann mit Bard? Selbst CEO Sundar Pichai scheint das noch nicht genau zu wissen - und sieht aktuell eher Probleme als Potenzial: "Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sich um ein Experiment handelt", so Pichai laut CNBC. "Es ist super wichtig, auch die Grenzen dieser Produkte anzuerkennen."

Zusammenfassung
  • Google steht wegen ChatGPT & Bing unter Druck, intern fehlt klarer Kurs.
  • Audioaufnahmen eines Meetings: Mitarbeiter wissen nicht, was Ziel der KI ist.
  • Prioritäten & Anwendungsfelder sind unklar.
  • Bard soll keine Alternative zur Suche sein, aber was will man dann?
  • Google-Gründer sollen helfen, wieder Anschluss zu finden.
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