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Verfrühter Aprilscherz? Bundesnetzagentur sucht neuen Fax-Anbieter

Ab dem 1. April 2023 sucht die Bundesnetzagentur einen neuen Dienstleister, der für die Behörde "Faxdienstleistungen" erbringt. Unternehmen können sich bei der Zentralen Beschaffungsstelle mit ihrem Angebot bewerben.
25.01.2023  21:37 Uhr
Schöner kann man einen Witz über den Stand der Digitalisierung in Deutschland eigentlich gar nicht beginnen: "Die Bundesnetzagentur sucht einen Faxdienstleister". Das meldet das Online-Magazin t3n und verweist dabei auf Spott und Häme, die die Bundesnetzagentur jetzt für diese Ausschreibung im Internet kassiert.
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Statt Digitalisierung mit modernen Kommunikationswegen setzt die Behörde auch in diesem Jahr noch auf das "Telefax" - eine Technologie, die in diesem Jahr immerhin ihren 57. Geburtstag feiern kann - je nachdem, wie man die Geschichte der zugrundeliegenden Erfindung interpretiert. 1966 brachte der US-Hersteller Xerox den "Magnafax Telecopier" auf den Markt und startete damit die breite Verfügbarkeit der Technik. Dieser Start gilt weithin als Geburtsstunde des Faxes.

Jeden Monat mehrere Tausend Faxe

Falls ihr euch die Ausschreibung anschauen wollt: Es gibt aktuell sogar zwei verschiedene Links zu den Ausschreibungen für Faxdienstleister auf der Webseite der Bundesnetzagentur. Die Behörde rechnet mit 3- bis 4000 ein- und ausgehende Faxseiten pro Monat und sucht einen Anbieter, der die Leistung für mindestens zwölf und längstens 60 Monate ab dem 1. April übernimmt. Das klingt vielleicht nach einem Aprilscherz - das ist es aber nicht.

Fax nicht ohne Probleme

Ganz unproblematisch sind Faxe übrigens nicht. Im Jahr 2021 stellte die Landesbeauftragte für Datenschutz in Bremen fest, dass das Telefax nicht Da­ten­schutz-kon­form und damit nicht für die Übertragung personenbezogener Daten geeignet ist.

Zusammenfassung
  • Bundesnetzagentur sucht Faxdienstleister, Bewerbungen bis 1. April 2023.
  • Faxdienstleistungen für mind. 12, max. 60 Monate.
  • Faxtechnologie bereits 57 Jahre alt, aber noch im Einsatz.
  • Faxe nicht datenschutzkonform, nicht für personenbezogene Daten geeignet.
  • Spott und Häme im Netz über Ausschreibung.
  • Rechnet mit 3- bis 4000 Faxseiten pro Monat.
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