Activision-Übernahme: Microsoft geht gegen Sony in Gegenoffensive

Witold Pryjda, 24.01.2023 11:29 Uhr 5 Kommentare
Microsoft will Activision-Blizzard übernehmen, Sony will das verhindern und die Kartellwächter sehen sich das Ganze näher und auch kritisch an. Das ist die Ausgangssituation für einen Rechtsstreit, der in den kommenden Wochen sicherlich weiter eskalieren wird. Denn der Redmonder Konzern hat in den vergangenen Monaten versucht, die Angelegenheit diplomatisch und in gewisser Weise in Freundschaft zu lösen. Man hat gegenüber den Behörden sowie Konkurrenten immer wieder versichert, dass eine Übernahme keine signifikanten Folgen für andere Plattformen mit sich bringen werde. Dabei war und ist der zentrale Zankapfel Call of Duty, hier hat Microsoft immer wieder versichert, dass der Shooter noch viele Jahre lang für die PlayStation erhältlich sein wird.

Doch Sony gingen die Microsoft-Zusagen nicht weit genug bzw. geht es dem japanischen Konzern wohl auch gar nicht darum - sondern nur um die Verhinderung des Deals. Das ist vermutlich auch der Grund, warum Microsoft nun seine Strategie offenbar ändert. Denn man schießt scharf zurück und verlangt von Sony die Herausgabe von Informationen hinsichtlich der kommenden Veröffentlichungen des PlayStation-Herstellers.

Dazu hat der Gaming-Journalist Stephen Totilo auf Twitter Dokumente veröffentlicht, die bestätigen, dass "Microsoft Sony Interactive Entertainment vorgeladen hat, um sich gegen eine FTC-Klage gegen das (Microsoft)-Angebot für Activision zu verteidigen". Sony hat nun bis 27. Januar 2023 die Möglichkeit, dieser Vorladung nachzukommen, zu widersprechen oder sich dazu zu äußern.

Geht es um Exklusiv-Spiele von Sony?

Welche Informationen und Details Microsoft von Sony verlangt, ist nicht genau bekannt, es geht dabei allem Anschein nach um die "Produktionskapazitäten von Sony". Was genau dahintersteckt, ist unklar, man kann aber sicherlich spekulieren, dass Microsoft das Thema Exklusivität aufgreift.

Denn Sony beklagt im Zuge der Übernahme eine mögliche Exklusivität von Spielen von Activision-Blizzard, ist aber selbst für eine ganze Reihe an Exklusivtiteln bekannt. Es ist deshalb denkbar, dass der Redmonder Konzern dieses Argument aufgreift sowie vertieft - und dazu wissen möchte, wie viele und welche exklusiven Inhalte der Konkurrent vorbereitet.

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