Wer hat Angst vor ChatGPT? Google holt sich Hilfe von Konzerngründern

Roland Quandt, 20.01.2023 19:46 Uhr 5 Kommentare
Google und sein Mutterkonzern Alphabet sehen in der riesigen Aufmerksamkeit, die dem KI-Bot ChatGPT jüngst zuteil wurde, offenbar eine ausreichend große Bedrohung, um nun die beiden Konzerngründer wieder an Bord zu holen. Google soll bereits über 20 Projekte gestartet haben. Wie die New York Times berichtet, gab es jüngst umfangreiche Treffen von aktuellen Google-Managern mit den beiden früheren Gründern des Unternehmens Larry Page und Sergey Brin, die sich eigentlich schon vor rund drei Jahren vollständig aus dem Tagesgeschäft verabschiedet hatten. Thema war angeblich die Frage, wie Google auf KI-Projekte wie ChatGPT reagieren soll.

Brin und Page waren seit 2019 nicht mehr an Googles Arbeit beteiligt

Brin und Page sollten angeblich ihre Einschätzungen zu Googles allgemeiner "Vision" zum Thema Künstliche Intelligenz abgeben. Unter anderem wurde dabei wohl auch die Integration von KI-gestützten Funktionen im Stil von Chatbots in der Google-Suchmaschine diskutiert, wobei sich die beiden Konzerngründer mit Konzepten beschäftigten und ihrerseits Vorschläge machten, heißt es.


Google hält den Bot ChatGPT, welcher von dem kleinen Start-up-Unternehmen OpenAI entwickelt wird, wohl vor allem deshalb für eine Bedrohung, weil man darin eine neue Art der Suche nach Informationen im Internet erkennt. Schon zuvor gab es Berichte, laut denen Google-Chef Sundar Pichai wegen ChatGPT zuletzt einen "roten Alarm" ausgelöst und die strategische Ausrichtung des Unternehmens geändert hatte, um die Arbeit an KI-Projekten zu beschleunigen.

Google arbeitet unter Hochdruck an über 20 Projekten

Mittlerweile soll es laut dem Bericht der New York Times deshalb mehr als 20 "innovative Produkte" geben, die auf KI-Technologien setzen. Außerdem soll noch in diesem Jahr eine Variante der Google-Suchmaschine präsentiert werden, die ähnlich einem Chatbot funktioniert.

Unter anderem hat Google angeblich eine Art KI-gestützten Videogenerator in Arbeit, der eine Reihe von Videos zu einem neuen Clip macht, um eine Zusammenfassung zu liefern. Zusätzlich plant man einen Generator für Hintergrundbilder zur Verwendung auf Pixel-Smartphones, ein Green-Screen-Feature für YouTube, eine Funktion zum Anprobieren von Kleidung und ein Tool namens "Maya", das angeblich Schuhe in 3D visualisiert.

Neben diesen eher kleineren Projekten, die allesamt ebenfalls mit KI-Technologien arbeiten sollen, arbeitet Google aber auch an einem eigenen Tool, das Bilder erschaffen und bearbeiten kann, ohne vom Nutzer irgendwelche Kenntnisse zu verlangen. Hinzu kommen Werkzeuge für Unternehmen mit der Bezeichnung "MakerSuite", mit denen diese angeblich ihre eigenen KI-Modelle einfach im Browser entwickeln lassen können.

Aktuell gehen die Quellen des Berichts davon aus, dass Google wohl im Mai einen ersten Ausblick auf seine Pläne rund um KI-gestützte Tools für die hauseigene Suchmaschine und andere Produkte geben wird. Dann findet normalerweise die Entwicklerkonferenz Google I/O statt, die sich natürlich bestens als Plattform für entsprechende Ankündigungen eignen würde.

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