Ubisoft-Mitarbeiter wollen nicht Sündenböcke sein, kündigen Streik an

Witold Pryjda, 18.01.2023 11:50 Uhr 6 Kommentare
Ubisoft steckt in der Krise: Es läuft wirtschaftlich nicht, Spiele müssen verschoben werden und man findet nicht mal Partner, die an einer Übernahme interessiert wären. In einer internen Mail spielte CEO Yves Guillemot den schwarzen Peter den Angestellten zu. Die sind nun sauer.

"Der Ball liegt bei euch"

Wer ist schuld an den Ubisoft-Problemen? Das ist die Frage, die sich derzeit wohl Management und Mitarbeiter stellen. Für Ubisoft-Chef Guillemot waren die Schuldigen aber schnell gefunden, nämlich die Mitarbeiter. Denn der CEO schrieb vor kurzem an die Angestellten: "Heute brauche ich mehr denn je eure volle Energie und euer Engagement, um sicherzustellen, dass wir wieder auf den Weg des Erfolgs zurückkehren. Ich bitte auch jeden von euch, besonders vorsichtig und strategisch mit euren Ausgaben und Initiativen umzugehen, um sicherzustellen, dass wir so effizient und schlank wie möglich vorgehen."

"Der Ball liegt nun bei euch, das (geplante) Line-Up (an Spielen) pünktlich und in der erwarteten Qualität zu liefern und allen zu zeigen, was wir zu leisten imstande sind", so Guillemot. Doch diese Nachricht kam bei den Angesprochenen alles andere als gut an, denn die Mitarbeiter wunderten und ärgerten sich, dass das Management ausschließlich auf sie mit dem Finger zeigt und keine Fehler bei sich sucht.

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Streikaufruf

Und das hat nun Folgen: Denn die Ubisoft-interne Gewerkschaft Solidaires Informatique hat nächste Woche zu einem Streik aufgerufen. Wie Kotaku berichtet, will man damit nicht nur gegen Guillemots herablassende Kommentare protestieren, sondern fordert auch gleich bessere Arbeitsbedingungen und höheren Lohn.

Konkret will die Gewerkschaft eine zehnprozentige Lohnerhöhung, um die zuletzt galoppierende Inflation auszugleichen. Dazu kommt die Forderung nach einer Vier-Tages-Arbeitswoche. Außerdem möchten die Arbeitnehmervertreter "Transparenz über die Entwicklung der Arbeitskräfte, sowohl auf lokaler als auch auf globaler Ebene" und auch "ein starkes Engagement gegen verdeckte Entlassungen und eine Verurteilung missbräuchlicher Managementstrategien, die Arbeitnehmer zur Kündigung zwingen".

Die Gewerkschafter bemühen sich erst gar nicht um nette Worte: "Und weil Herr Guillemot und seine Clique nur das Verhältnis der Macht verstehen, ruft Solidaires Informatique die Beschäftigten von Ubisoft Paris auf, am Freitag, den 27. Januar, nachmittags von 14 bis 18 Uhr zu streiken."

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