Microsoft kündigt 10.000 Entlassungen an, auch Entwickler betroffen

Roland Quandt, 18.01.2023 21:18 Uhr 9 Kommentare
Nach diversen anderen Techgiganten trifft es jetzt auch bei Microsoft zahlreiche Mitarbeiter. Der Softwarekonzern will tausende Stellen streichen, um damit auf den in Folge der vom Krieg in der Ukraine ausgelösten Krise entstandenen Druck zu reagieren. Zuerst berichtete der britische Nachrichtensender Sky News, dass Microsoft in Kürze eine Vielzahl von Jobs streichen will. Laut den Angaben aus Großbritannien plante Microsoft, rund 11.000 Mitarbeiter zu entlassen. Dies würde rund fünf Prozent der aktuellen Belegschaft entsprechen, so der Bericht.

Nadella bestätigt Entlassungen, spricht von rund 10.000 Mitarbeitern

Jetzt hat Microsoft-Chef Satya Nadella die Entlassungen bestätigt, sprach allerdings von einer etwas geringeren Zahl von Mitarbeitern, die gehen sollen. Laut Nadella müssen rund 10.000 Mitarbeiter ihren Hut nehmen, wobei die Kündigungen bis Ende des dritten Quartals von Microsofts Geschäftsjahr erfolgt sein sollen.

Microsoft: Entwicklung der Vollzeitmitarbeiter nach Entlassungswelle
Infografik Microsoft: Entwicklung der Vollzeitmitarbeiter nach Entlassungswelle

Nadella betonte, dass die Stellenstreichungen weniger als fünf Prozent der Mitarbeiter betreffen werden. Die Kündigungen würden in den USA grundsätzlich mit einer Frist von 60 Tagen erfolgen. Außerdem will Microsoft Entschädigungszahlungen über der marktüblichen Höhe leisten und weitere "Benefits" bieten, um die scheidenden Mitarbeiter zu unterstützen.

Auch international verlieren Mitarbeiter ihre Jobs, wie viele ist offen

Tatsächlich erfolgen die Kündigungen aber mit dem heutigen Mittwoch gegenüber den betroffenen US-Mitarbeitern. Laut den Formulierungen in dem Blog-Eintrag von Nadella wird es auch international Kündigungen geben, wobei offen ist, wie viele Mitarbeiter zum Beispiel in Deutschland betroffen sein könnten.

Gleichzeitig kündigte Nadella an, dass man trotz der jetzt erfolgenden Kündigungen in einigen "strategischen Bereichen" weiter neue Mitarbeiter anwerben will. Er verkündete auch, dass Microsoft seine Ausgaben auf Bereiche konzentrieren will, in denen man gute Aussichten auf eine langfristig gewinnträchtige Entwicklung hat, während weniger Geld in andere Aktivitäten fließen wird.

Auch Entwickler müssen gehen

Die Entlassungen werden nach Angaben des US-Wirtschaftsdiensts Bloomberg ein breites Spektrum an Abteilungen betreffen, wobei man sich nicht nur auf administrative Bereiche beschränkt. Neben Mitarbeitern im Bereich der "Human Resources" sollen auch verschiedene Engineering-Abteilungen Mitarbeiter verlieren.


Microsoft streicht also auch Stellen in Bereichen, in denen Entwickler an diversen Produkten für das Unternehmen arbeiten. Bloomberg zufolge soll vor allem die mit dem Anwerben neuer Stellen beschäftigte HR-Abteilung leiden, denn hier werden angeblich bis zu einem Drittel aller Mitarbeiter gehen müssen, heißt es.

Im Juli 2022 hatte Microsoft zuletzt Entlassungen vorgenommen, doch wurden damals wohl nur weniger als 1000 Arbeitsplätze gestrichen. Die jetzt erfolgenden Einschnitte gehen offensichtlich tiefer, denn normalerweise versucht der Konzern, vor allem seine Entwickler zu halten.

Ob auch die Windows-Sparte und das Surface-Team oder die Office-Abteilung betroffen sein werden, ist derzeit noch nicht im Detail klar. Das Unternehmen dürfte wie seine Konkurrenten vor allem versuchen, seine Kosten zu senken, um so besser gegen die Krise ankämpfen zu können, die derzeit in vielen Bereichen der Technologiebranche um sich greift. Microsoft hatte zuletzt rund 221.000 Mitarbeiter weltweit.

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