Preisverfall: Samsung reduziert Flash-Speicher-Produktion nun doch

Roland Quandt, 16.01.2023 17:51 Uhr 4 Kommentare
Samsung hat seine Strategie im Markt für Flash-Speicher offenbar rasch wieder geändert, nachdem man zuletzt versuchen wollte, durch eine Niedrigpreispolitik die eigenen Marktanteile auszubauen, obwohl die Nachfrage massiv eingebrochen ist. Jetzt fährt Samsung die Produktion zurück. Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes unter Berufung auf eine Reihe von Quellen aus der Industrie berichtet, will Samsung ab sofort durch eine Verknappung der Produktionsmengen helfen, die Preise für Flash-Speicher wieder zu steigern. Das Unternehmen senkt deshalb die Kapazitäten zunächst leicht.

Nicht mehr die Krise der anderen

Laut dem Bericht hat Samsung die Auslastung seiner Flash-Produktionslinien jüngst gesenkt, um so einen Beitrag zur Stabilisierung der Preise im NAND-Flash-Markt zu leisten. Aktuell sollen die Werke des koreanischen Konzerns nur noch mit rund 90 Prozent der sonst üblichen Kapazität arbeiten.


Hintergrund sind ähnliche Kapazitäts-Senkungen bei allen anderen großen Flash-Chip-Herstellern. Kioxia, Micron und SK Hynix hatten allesamt schon im vierten Quartal 2022 begonnen, ihre Produktionsmengen zu reduzieren, weil der Preisverfall nicht mehr anders zu stoppen schien. Aktuell geht man davon aus, dass der Abwärtstrend bei Preisen und Nachfrage im ersten Quartal 2023 seinen Tiefpunkt erreicht.

Die Hersteller leiden aktuell unter einer stark gesunkenen Nachfrage aus dem PC- und Smartphone-Markt. Auch bei anderen Elektronikprodukten ist die Nachfrage in Folge des Kriegs in der Ukraine stark eingebrochen. Für die NAND-Hersteller ist die Situation dramatisch, weil sie aktuell höhere Kosten in der Fertigung haben, als sie beim Verkauf ihrer Produkte wieder einspielen können.

Samsung ist letztlich gezwungen gegenzusteuern, weil das Unternehmen wie die anderen NAND-Anbieter sonst längerfristig massive Verluste einfährt. Ab dem zweiten Quartal 2023 wird mit einer Verbesserung der Lage gerechnet, wobei dies auch davon abhängt, wie sich die Situation in der Ukraine entwickelt.

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