Weniger Reichweite, wenn es kalt ist: Tesla muss Millionenstrafe zahlen

Roland Quandt, 03.01.2023 16:24 Uhr 13 Kommentare
Tesla muss in Südkorea mehrere Millionen Euro Strafe zahlen, weil das Unternehmen die Käufer seiner Elektroautos nicht ordnungsgemäß über die Reduzierung der Reichweite bei niedrigen Temperaturen informiert hat. Die Kunden seien dadurch getäuscht worden, heißt es. Wie die Korea Fair Trade Commission jüngst verlauten ließ, hat Tesla "übertriebene" Angaben zur Reichweite seiner Fahrzeuge mit einer Batterieladung und zur Effizienz im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren gemacht. Auch die Leistung der Supercharger-Ladestationen sei überhöht dargestellt worden, wobei die Behörde auf Teslas Angaben auf seiner offiziellen Website verweist.

Tesla informiert über vieles, nicht aber über Reichweitenverlust

Die falschen Angaben seien bereits seit August 2019 verbreitet worden. Tesla habe die Praxis erst kürzlich aufgegeben und die Angaben korrigiert, hieß es weiter. Die KFTC zitierte Studien, laut denen die Reichweite der Elektroautos des US-amerikanischen Herstellers bei kaltem Wetter um bis zu 50,5 Prozent gegenüber den online von Tesla beworbenen Angaben sinken würde.


Tesla veröffentlicht auf der koreanischen Website zwar umfangreiche Tipps zur Nutzung seiner Elektroautos bei tiefen Temperaturen, erwähnt dabei aber nicht, dass die Reichweite schrumpft. Schon 2021 hatte eine Verbraucherschutzgruppe unter Berufung auf Angaben des Energieministeriums von Südkorea verlauten lassen, dass die Reichweite um bis zu 40 Prozent einbrechen kann, wenn die Akkus des jeweiligen Fahrzeugs geheizt werden müssen.

Die Handelsaufsicht geht allerdings nicht nur gegen Tesla vor. Im letzten Jahr hatte der deutsche Autohersteller Mercedes-Benz umgerechnet fast 15 Millionen Euro Strafe zahlen müssen, weil man die Verbrauchswerte von Diesel-Autos zu niedrig angegeben hatte. Teslas Strafe fällt im Vergleich dazu mit "nur" gut 2,1 Millionen Euro relativ niedrig aus.

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