Elektro-Boom 2022: In Norwegen kauft fast niemand mehr Verbrenner

Witold Pryjda, 03.01.2023 14:48 Uhr 18 Kommentare
Norwegen gilt schon lange als Vorzeigeland für Elektromobilität, doch die neuesten Zahlen stellen alles bisher Dagewesene noch einmal in den Schatten. Denn das skandinavische Land verzeichnete 2022 einen Rekord, was den Anteil an neu angemeldeten Elektrofahrzeugen betrifft. Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, waren im Vorjahr vier von fünf verkauften Autos elektrisch, und zwar vollständig - Hybridfahrzeuge werden also nicht einmal mitgezählt. Konkret lag der Wert bei 79 Prozent, die meisten Neuanmeldungen konnte der US-Autobauer Tesla verzeichnen.

Das Unternehmen von Elon Musk erreichte in Norwegen einen Marktanteil von 12,2 Prozent und lag damit vor Volkswagen, die Wolfsburger kamen auf 11,6 Prozent. Das populärste Modell in Norwegen war der Tesla Model Y, dahinter lag der Volkswagen-Konzern mit gleich zwei Autos, nämlich dem VW ID.4 an der Zwei und Škoda Enyaq an Platz 3.


Elektro-Vorzeigeland dank Mehrwertsteuerbefreiung

Damit ist Norwegen natürlich nicht der weltgrößte Markt für Elektroautos, das ist bei einer Einwohnerzahl von rund 5,5 Millionen auch gar nicht möglich - dieser "Titel" geht an China. Das Land in Skandinavien hat aber den prozentual größten Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen.

Grund für diese Entwicklung sind großzügige Förderungen, die der Staat ausgesprochen hat. Konkret bedeutete das eine Befreiung von der Mehrwertsteuer (Standard: 25 Prozent). Allerdings könnten oder dürfte die hohe Zahl der Neuanmeldungen 2022 auch damit zusammenhängen, dass Norwegen diese bisher pauschale Mehrwertsteuerbefreiung mit 1. Januar 2023 angepasst hat und vor allem teure Fahrzeuge nun (reduziert) besteuert.

Diese Steuererleichterungen haben zwar die Käufer gefreut, dem Staat haben sie aber ein tiefes Loch in die Kassen gerissen, denn dadurch sind dem norwegischen Finanzministerium alleine 2022 etwa 39,4 Milliarden Kronen entgangen, das sind umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro.

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