Tesla Semi: Die Reichweite ist wohl stark von der Beladung abhängig

Witold Pryjda, 21.12.2022 13:27 Uhr 19 Kommentare
Seit Kurzem liefert Tesla seine ersten Lkw aus und der Tesla Semi sorgt bereits für Diskussionen. Denn Profis meinen einerseits, dass der Sattelzug eine Fehlkonstruktion sei, andererseits gibt es Diskussionen zur Reichweite des Semi und wie stark diese von der Ladung abhängt. Es steht für die meisten Experten mittlerweile fest, dass der Verbrennungsmotor auf Dauer keine Zukunft hat und kein Weg an Elektromobilität vorbeiführt. Auf den Straßen sind Elektro-Pkw auch längst keine Seltenheit mehr, im Gegenteil. Im Warenverkehr spielen Elektromotoren hingegen noch keine Rolle und hier will Tesla ebenfalls Pionier sein.

Der erste Schritt dahin nennt sich Tesla Semi und der US-Autobauer hat die ersten Fahrzeuge dieser Art Anfang Dezember ausgeliefert, nachdem es zuvor jahrelange Verzögerungen gegeben hatte. Zu den ersten Kunden zählt PepsiCo, der Getränke- und Lebensmittelkonzern hat bereits 2017 die Trucks bestellt, nun konnte man die ersten auch in Empfang nehmen.

2023 sollen für PepsiCo 100 Tesla Semi-Trucks auf US-Straßen unterwegs sein, dafür hat man auch vier 750-Kilowatt-Ladestationen errichtet. Die Kosten trägt PepsiCo allerdings nicht alleine, denn man bekommt Förderungen in Höhe von 15,4 Millionen Dollar, zudem wird jeder Tesla Semi mit 40.000 Dollar bezuschusst.

Tesla Semi fährt 800 Kilometer bei voller Beladung und ohne Aufladen
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Derzeit 425 Meilen - mit besonders leichter Belladung

Gegenüber Reuters gab PepsiCo-Manager Mike O'Connell nun zu Protokoll, wie man die Lkw einsetzen will. Demnach wird man mit den Semis vor allem für Frito-Lay Lieferungen ausführen, also im Prinzip Kartoffelchips fahren. Als Reichweite gab O'Connell 425 Meilen an, das sind umgerechnet 684 Kilometer.

Diskussionen löste die Aussage des Managers aus, wonach man bei schweren Ladungen wie Softdrinks zunächst nur 100-Meilen-Distanzen (160 Kilometer) absolvieren wird, später soll das aber auf "400 bis 500 Meilen" ausgedehnt werden.

Für Kritiker ist das ein Zeichen, dass die Tesla-Sattelschlepper vor allem schwer beladen nicht gut für den Warenverkehr geeignet sind, schon gar nicht für lange Distanzen. Hinzu kommt, dass der Hersteller sich weder zum Preis noch zur Reichweite genau äußert. Es gibt lediglich Aussagen von Tesla-Chef Elon Musk, der behauptet, dass ein voll beladener und insgesamt 36,7 Tonnen schwerer Semi 800 Kilometer weit gekommen sei.

Die PepsiCo-Trucks sollen jedenfalls sieben Jahre im Dienst bleiben und auf eine Million Meilen kommen. O'Connell abschließend: "Die Betriebskosten werden sich mit der Zeit amortisieren."

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