Elon Musk lässt abstimmen, ob er als Twitter-CEO zurücktreten soll

Witold Pryjda, 19.12.2022 08:52 Uhr 21 Kommentare
Elon Musk hat Ende Oktober Twitter übernommen und seither geht es dort drunter und drüber. Nahezu jeden Tag gibt es eine neue Kontroverse und für fast alle ist er selbst verantwortlich. Nun zieht Musk womöglich Konsequenzen, denn er lässt über seinen Rücktritt abstimmen.

Tesla-Anleger rebellieren immer offener

Twitter unter Elon Musk bedeutet Chaos. Das betrifft die zahlreichen Entlassungen, die oftmals willkürlichen Verbannungen aus dem Kurznachrichtendienst, wenig durchdachte Neuerungen und zuletzt auch ein pauschales Linkverbot zur Konkurrenz. Die Kritik am Tesla- und SpaceX-Chef wird immer lauter, selbst seine oftmals fanatischen Anhänger wundern sich, ob ihr Idol hier immer das Richtige tut.

Elon Musks Verhalten wird für ihn auch immer mehr zum Problem, denn in seinen anderen Firmen wird die Kritik immer lauter, allen voran bei Tesla. Denn der Kurs des Autobauers fällt seit Wochen, Anleger stellen sich immer offener gegen den CEO und meinen, er soll sich wieder auf seine Arbeit konzentrieren statt die Zeit bei einem "Hobby" wie Twitter zu verschwenden. Auch das Image des Autobauers leidet, denn Musks rechte Einstellung bewegt immer mehr Menschen dazu, sich gegen einen Tesla zu entscheiden.

"Soll ich zurücktreten?"

Offenbar bekommt nun auch Musk Zweifel: Denn in der Nacht auf Montag hat er eine Abstimmung über seinen Job veröffentlicht. In einem Beitrag auf dem Social-Media-Dienst stellt er seinen Follower folgende Ja/Nein-Frage: "Soll ich als Chef von Twitter zurücktreten? Ich werde mich an die Ergebnisse dieser Umfrage halten."

Derzeit ist das Ergebnis auch eindeutig, denn rund 57 Prozent stimmten mit Ja, 43 Prozent drückten auf Nein. In einem weiteren Tweet schrieb Musk: "Wie das Sprichwort sagt: Seid vorsichtig, was ihr euch wünscht, denn ihr könntet es bekommen."

Ob ein Rücktritt dem Chaos Einhalt gebieten würde, ist freilich eine andere Frage. Denn selbst wenn Musk tatsächlich als CEO zurücktritt, so würde er die Macht behalten und auch weiterhin die politische Marschrichtung vorgeben. Er droht auch mehr oder weniger offen mit einem Aus für das Netzwerk, denn in einem anderen Tweet schreibt er: "Die Frage ist nicht, einen CEO zu finden, die Frage ist, einen CEO zu finden, der Twitter am Leben erhalten kann."

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