Glasfaser-Ausbau: Telekom sieht sich schon Kupfernetze abschalten

Christian Kahle, 02.12.2022 19:06 Uhr 13 Kommentare
Bei der Deutschen Telekom sind inzwischen Töne zu vernehmen, die man dem Unternehmen vor einiger Zeit nicht zugetraut hät­te. Die Glasfaser steht mittlerweile im Zentrum der Netz­aus­bau-Ak­ti­vi­tä­ten, man spricht sogar von der Abschaltung der Kupfernetze. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Glasfaserverbindungen etwas, das bei der Telekom nahezu ausschließlich im Backbone zum Einsatz kam. Auf der letzten Meile wurde hingegen versucht, mit immer neuen DSL-Generationen immer noch einige Bit mehr durch die dünnen Kupferdrähte zu pressen, mit denen die Haushalte mit den Verteilerkästen im Straßenland verbunden sind. Auch wenn die Probleme aufgrund von Entfernungen und Störstrahlungen hier immer weiter zunahmen.

Das scheint nun endlich der Vergangenheit anzugehören. Schon in den letzten Monaten hörte man immer neue Ausbauziele für FTTH-Verbindungen - also der Verlegung von Glasfaserleitungen bis in die Haushalte. Im kommenden Jahr will die Telekom ihr Tempo beim Glasfaserausbau noch einmal deutlich steigern. 2,5 bis 3 Millionen Anschlüsse sollen 2023 hinzukommen und damit deutlich mehr als in diesem Jahr, in dem man wohl auf die 2 Millionen kommen wird.

Neueinstellungen geplant

Bis zum Jahresende vergrößert die Telekom ihre Glasfaserreichweite damit auf insgesamt rund 5,2 Millionen Anschlüsse. 2024 sollen es mehr als zehn Millionen sein, teilte Telekom Deutschlandchef Srini Gopalan bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Bonn mit. Im Zuge dessen beginnt man bei dem Unternehmen bereits die Abschaltung von Kupfer-Infrastrukturen zu planen - das wird dort umgesetzt, wo zukünftig alle Haushalte mit Glasfaser versorgt sind.

Für die bevorstehenden Arbeiten will die Telekom zusätzliches Personal ins Unternehmen holen, um die anstehenden Aufgaben auch zu schaffen. "Wir wollen bis zu 1000 neue Glasfaserexpertinnen und -experten einstellen. Der Großteil davon für den Bereich Montage", kündigte Gopalan an. Aber auch durch Kooperationen mit Partnern wie beispielsweise Stadtwerken will man den Ausbau voranbringen.

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