Fehlendes Netzteil: Brasiliens Behörden räumen iPhones aus den Läden

Christian Kahle, 25.11.2022 08:43 Uhr 21 Kommentare
In Brasilien dürfte es teils recht schwer werden, im Vorweihnachtsgeschäft noch ein iPhone zu erwerben. Denn inzwischen sind staatliche Behörden dazu übergegangen, die Geräte direkt in den Läden zu beschlagnahmen. Dahinter steht ein Streit um den Verbraucherschutz. Apple liefert seine Smartphones nun seit einiger Zeit nicht mehr mit einem beiliegenden Netzteil aus. Das Unternehmen begründet dies damit, dass in den allermeisten Haushalten ohnehin diverse Geräte dieser Art vorhanden sind, in die man das mitgelieferte Kabel stecken kann. Es spare Ressourcen und reduziere die Menge an Elektroschrott, wenn man keine eigentlich unnötigen Netzteile mitliefert. Nebenbei spart Apple durch diese Maßnahme auch einiges an Geld ein.

Aus Sicht der Behörden in Brasilien werden Smartphones aber nicht in einem problemlos nutzbaren Zustand ausgeliefert, wenn sie nicht aus dem Lieferumfang heraus aufgeladen werden können. Apple wurde daher bereits zu einer Geldstrafe verurteilt und das brasilianische Justizministerium ordnete im September an, dass iPhones nicht mehr ohne Netzteil verkauft werden dürfen. Das fruchtete aber wenig, sodass man nun dazu übergeht, die Regelung aktiv durchzusetzen.


Richter gegen Staat

Bei verschiedenen offiziellen Apple-Handelspartnern tauchten daher Beamte auf und beschlagnahmten die iPhones, die in den Läden angeboten wurden, berichtete 9to5mac. Betroffen davon waren vor allem Filialen in der Hauptstadt Brasilia. Dadurch soll der Druck auf den US-Konzern erhöht werden.

Allerdings ist die Rechtsauffassung der Behörden nicht unstrittig. Denn nicht nur Apple sieht sich hier zu Unrecht der Gesetzesverletzung beschuldigt. Auch der zuständige Richter Diego Câmara Alves, der den Streit zwischen dem Unternehmen und dem Staat zu klären hat, erlaubte Apple eigentlich den weiteren Verkauf bis zu einem abschließenden Urteil. Der Richter erklärte bereits, dass die Regulierungsbehörden ihre Macht missbrauchen würden, wenn sie vor einer Entscheidung gegen die Verkäufe vorgehen würden.

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