Platzt der Activision Blizzard-Deal? Jetzt gibt es auch in den USA Ärger

Witold Pryjda, 24.11.2022 09:13 Uhr 49 Kommentare
Seit der Ankündigung der Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft durchläuft der Deal diverse wettbewerbsrechtliche Hürden. In Europa wurde bereits eine tiefergehende Untersuchung in die Wege geleitet, nun könnte es auch in den USA rechtlichen Ärger geben. Die US-amerikanische Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) will einem Bericht von Politico zufolge eine Kartellklage gegen die Microsoft-Übernahme von Activision Blizzard in die Wege leiten. Dieser Schritt wäre der größte und signifikanteste, den die FTC je gegen ein IT-Unternehmen durchgeführt hat - und somit auch ein schwerer Rückschlag für Microsoft.

Allerdings ist das derzeit noch nicht beschlossene Sache: Denn die vier Commissioner der FTC müssen darüber erst abstimmen und sich zuvor mit Anwälten der beteiligten Firmen und auch etwaigen Gegnern des Deals treffen, um deren Argumente zu hören.

In der FTC hat man zum jetzigen Zeitpunkt aber Zweifel, dass der Deal nicht wettbewerbsschädlich wäre. Laut drei Quellen innerhalb der Federal Trade Commission sei "ein Großteil der schweren Arbeit bereits erledigt", sodass eine Klage bereits im Dezember erfolgen könnte.


Call of Duty im Mittelpunkt

Die Argumente von Sony, das die Triebfeder hinter den Microsoft-Schwierigkeiten bei diesem Deal ist, sind hinlänglich bekannt. Das japanische Unternehmen befürchtet, dass Activision Blizzard unter Führung des Redmonder Konzerns Call of Duty früher oder später Xbox- und PC-exklusiv machen könnte und ist der Ansicht, dass das ein schwerwiegender Wettbewerbsnachteil wäre. Laut Politico hat auch Google (kleinere) Einwände gegen das Geschäft.

Die Einwände der FTC drehen sich aber nicht nur um den berühmtesten Shooter der Welt, die Behörde will auch herausfinden, wie Microsoft zukünftige, unangekündigte Titel nutzen könnte, um sein Spielegeschäft auszuweiten.

Eine Klage der FTC hätte schwerwiegende Folgen: Denn die Unternehmen haben bis Juli 2023 Zeit, das Geschäft abzuschließen, ohne die Vereinbarung neu zu verhandeln. Eine nun ins Spiel gebrachte Klage, die im Dezember oder im Januar eingereicht wird, würde wahrscheinlich nicht bis Juli gelöst werden und könnte die Unternehmen dazu zwingen, das Geschäft abzublasen.

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