Filme in zehn Minuten: YouTuber müssen 3,5 Millionen Dollar zahlen

Witold Pryjda, 18.11.2022 15:38 Uhr 32 Kommentare
Es gibt auf YouTube Nutzer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Zusammenschnitte von Filmen herzustellen, mit deren Hilfe man diese quasi im Schnelldurchlauf "genießen" kann. Doch der Content-Industrie hat das nicht gefallen und das hat auch für zwei YouTuber Konsequenzen. Wahre Cineasten wollen einen Film von Anfang bis Ende erleben und bleiben auch beim Abspann im Kino sitzen, um das Werk bis zur letzten Sekunde zu genießen. Doch so mancher hat nicht die Zeit dazu und möchte einen Film möglichst schnell konsumieren, um mitreden zu können oder sich zu erinnern, um was es bei einem bereits gesehenen Streifen ging.

Derartige sogenannte "Fast Movies" sind eine Art Kompromiss, denn diese versuchen, in zumeist weniger als zehn Minuten einen möglichst kompletten Eindruck bzw. eine Zusammenfassung eines Filmes zu geben. Doch laut den Rechtebesitzern hindert das die Nutzer, sich den Film in voller Länge anzusehen und diesen auch entsprechend zu bezahlen (als DVD/Blu-Ray, im Verleih oder Stream etc.).

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Ob solche "schnellen Filme" legal sind, ist umstritten, denn wie TorrentFreak berichtet, könnte man diese Zusammenschnitte durchaus als Fair Use werten. In Japan ist das aber ohnehin hinfällig, da man dort kein Fair Use anerkennt. Und selbst wenn man das täte: Laut Experten würden "Fast Movies" dennoch die Grenzen der Legalität überschreiten, vor allem dann, wenn sie darüber auch noch Werbeeinnahmen regenerieren.

Haft und Schadenersatz

In Japan gab es im vergangenen Jahr bereits Verhaftungen, drei YouTuber wurden nach strafrechtlichen Anzeigen mehrerer Medienunternehmen festgenommen. Sie wurden auch bereits verurteilt und mit Haftstrafen von 18 bis 24 Monaten belegt. Doch damit ist die Sache nicht zu Ende.

Denn zwei der YouTuber haben sich auch einem zivilrechtlichen Verfahren stellen müssen, sie wurden von 13 japanischen Medienunternehmen verklagt, und zwar erfolgreich. Das bedeutet, dass sie zusammengerechnet 500 Millionen Yen (rund 3,5 Millionen Euro) Schadenersatz zahlen müssen.

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