Satya Nadella zur Activision-Übernahme: "Wenn nicht, dann eben nicht"

Witold Pryjda, 18.11.2022 09:34 Uhr 11 Kommentare
Anfang des Jahres hat Microsoft angekündigt, Activision Blizzard übernehmen zu wollen. Es war auch klar, dass dieses Geschäft geprüft werden muss. Dennoch war Microsoft bisher optimistisch. Doch jüngste Aussagen von Satya Nadella klingen nicht mehr ganz so zuversichtlich. Eine 69-Milliarden-Dollar-Übernahme muss natürlich wettbewerbsrechtlich abgesegnet werden. Die zwei größten Hürden sind hier die US-amerikanischen und europäischen Kartellhüter. Wie es in den Vereinigten Staaten aussieht, ist aktuell nicht genau bekannt, die EU hat aber - durchaus erwartungsgemäß - eine tiefergehende Prüfung des Geschäfts angekündigt.

Im Management des Redmonder Konzerns war man hier die vergangenen Wochen und Monate stets zuversichtlich, doch mittlerweile klingt man bei Microsoft etwas vorsichtiger. So gab CEO Satya Nadella CNBC ein Interview und darin klang der Microsoft-Chef deutlich zurückhaltender - man beabsichtigt aber natürlich nach wie vor, Activision Blizzard zu übernehmen.

"Behörden sollen hinschauen"

"Unser gesamtes Ziel ist es, den Spielern mehr Optionen zu bieten, damit sie (auf jeder Plattform) spielen können, und den Publishern mehr Wettbewerb zu ermöglichen", sagte Nadella. Mit einer Prüfung des Deals hat er kein Problem, im Gegenteil, so Nadella: "Wie bei allen großen Geschäften sollten die Regulierungsbehörden auch hier genau hinschauen."


Nadella wurde auch gefragt, was man letztlich im Gaming-Geschäft will: "Microsoft ist kein Konglomerat, das möchte ich ganz klar sagen. Es geht nicht um eine Art von Spielen hier und Produktivität dort." Anders gesagt: Man sieht Gaming als Kerngeschäft und auch Technologie, wie er später betont.

Nadella: "Die grundlegende These für uns ist: Was ist die Kerntechnologie, die wir entwickeln, die es uns ermöglicht, in diesen verschiedenen Geschäftsbereichen tätig zu sein und dabei Dinge zu tun, die für die Kunden wertvoll sind? Was kann Microsoft in einzigartiger Weise für Gamer und Spieleverlage tun? Ich glaube, wir können eine Menge tun."

Er verweist auf Streaming und den Aufbau einer Cloud-Infrastruktur sowie auf KI-Modelle, die zum Testen von Spielen eingesetzt werden. Und was passiert, wenn die Übernahme nicht genehmigt wird? "Wir sind seit Jahrzehnten in der Spielebranche tätig. Wir werden auch in Zukunft im Spielegeschäft sein", so der CEO trocken.

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