E-Book-Piraterie via Z-Library: Erste Verantwortliche verhaftet

Witold Pryjda, 17.11.2022 16:53 Uhr
Vergangene Woche konnte US-Behörden ein großer Erfolg gegen E-Book-Piraterie erringen, denn sie beschlagnahmten und schlossen rund 140 Domains der illegalen Online-Bibliothek Z-Library. Im Zuge der Aktion konnten in Argentinien auch Drahtzieher*innen verhaftet werden. Bis zu ihrer Schließung war die Z-Library eine der größten illegalen Bibliotheken ihrer Art, eigenen Angaben nach konnte man darüber den Zugang zu rund zwölf Millionen Büchern bekommen. Entsprechend gerne wurde das Angebot von Lesern genutzt. Doch Anfang des Monats endete diese illegale Erfolgsgeschichte, denn die US-amerikanische Bundespolizei FBI und das Department of Justice konnten zahlreiche Domains schließen.

Verhaftungen in Argentinien

Zeitgleich zur Aktion gegen die Webseiten selbst wurden auch die mutmaßlich Verantwortlichen verhaftet. Wie TorrentFreak berichtet, handelt es sich dabei um zwei russische Staatsbürger*innen namens Anton N. und Walerija E. Dem Paar werden Verletzung von Urheberrechten, Betrug und Geldwäsche vorgeworfen.


Die beiden stammen dem Bericht zufolge aus St. Petersburg, sie wurden aber bereits am 3. November auf Ansuchen der US-Behörden in Argentinien verhaftet. Die US-Regierung wird dem sicherlich einen Antrag auf Auslieferung folgen lassen.

Laut dem für den Fall hauptverantwortlichen Staatsanwalt "profitierten die Angeklagten illegal von ihren gestohlenen Werken, indem sie diese oft nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung hochluden und dabei Autoren, Verleger und Buchhändler schädigten".

Laut TorrentFreak ist es nicht klar, ob das russische Pärchen die Z-Library auch gegründet hat, da die ihnen zur Last gelegten Vorwürfe im Jahr 2018 beginnen, die Seite aber deutlich älter ist. Das Vorgehen gegen Z-Library und die Verantwortlichen ist trotz US-Führung eine internationale Aktion. Von einem vollständigen Erfolg kann man auch noch nicht sprechen, denn u. a. über das Tor-Netzwerk ist die Seite immer noch erreichbar - was auch darauf schließen lässt, dass die Verhafteten nicht alleine agier(t)en.

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