NetEase-Lizenz für Blizzard-Spiele endet, schuld ist Activision-"Idiot"

Witold Pryjda, 17.11.2022 15:07 Uhr 6 Kommentare
Activision Blizzard veröffentlicht seine Spiele in China nicht selbst, sondern mithilfe seines Partners NetEase. Doch diese Lizenz endet 2023 und für den Chef des Unternehmens ist der Schuldige klar: Ein "Idiot" bei Activision Blizzard - und es ist nicht schwer, den Namen zu erraten. NetEase ist eine Größe am chinesischen Gaming- und Technologie-Markt. Das hat man teils eigenen Entwicklungen wie Fantasy Westward Journey und Investitionen in Suchmaschinentechnologie zu verdanken, sondern auch einer lukrativen Zusammenarbeit mit Activision Blizzard. Seit bereits 2008 betreibt NetEase in China als Lizenzpartner mehrere Blizzard-Spiele, zuletzt waren das WoW, Overwatch, Hearthstone, Diablo 3, Heroes of the Storm und die StarCraft-Reihe.

Doch diese Games werden ab dem 23. Januar 2023 in China nicht länger nutzbar sein, da die aktuelle Lizenz von NetEase ausläuft. Das einzige Spiel, das nicht betroffen sein wird, ist Diablo Immortal. Bei NetEase ist man darüber aber alles andere als glücklich, wie man nun in einem Beitrag von NetEase-President Simon Zhu lesen kann. Denn dieser machte sich einem LinkedIn-Beitrag Luft, der für das in der Regel weichgespülte Karrierenetzwerk mehr als ungewöhnlich ist.


"So viel Schaden kann ein Idiot anrichten"

"Als Gamer, der 10.000 Stunden in der Welt von Azeroth, Starcraft und Overwatch verbracht hat, bin ich untröstlich, dass ich nächstes Jahr keinen Zugang mehr zu meinem Account und meinen Erinnerungen haben werde", schreibt Zhu. "Wenn eines Tages bekannt wird, was hinter den Kulissen passiert ist, werden Entwickler und Spieler ein ganz neues Verständnis dafür haben, wie viel Schaden ein Idiot (im Original: Jerk) anrichten kann."

Auch wenn Zhu keinen Namen nennt und ein Irrtum diesbezüglich nicht ganz ausgeschlossen werden kann, ist eigentlich völlig klar, wen er meint, nämlich Bobby Kotick, der Chef von Activision Blizzard.

Die offizielle Version klingt deutlich nüchterner: "Wir haben große Anstrengungen unternommen und mit größter Aufrichtigkeit versucht, mit Activision Blizzard zu verhandeln, damit wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen und die vielen engagierten Spieler in China bedienen können. Es gab jedoch wesentliche Unterschiede bei den wichtigsten Bedingungen, und wir konnten keine Einigung erzielen", schreibt NetEase in der Pressemitteilung zum Scheitern der Verhandlungen.

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