Vertragsfertiger versucht Apple zu betrügen, verliert AirPods-Auftrag

Roland Quandt, 14.11.2022 15:09 Uhr
Apple hat Ärger mit einem seiner chinesischen Ver­trags­fer­ti­ger. Der US-Konzern soll einem wichtigen Zu­lie­fe­rer, der bis­her für einen Großteil der Produktion der Air­Pods Pro 2 zu­stän­dig war, jüngst einen Fer­ti­gungs­stopp ver­ord­net haben - weil der Partner Apple mit falschen Angaben getäuscht haben soll. Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes unter Berufung auf den Analysten Ming-Chi Kuo und das chinesische Portal Sina berichtet, hat Apple in der letzten Woche einen Produktionsstopp bei dem Vertragsfertiger Goertek angeordnet. GoerTek selbst ließ verlauten, dass ein großer Kunde die Fertigung eines "Smart Audio"-Produkts habe stoppen lassen, wodurch das Unternehmen für das Jahr 2022 mit Verlusten in Höhe von hunderten Millionen Dollar rechnet.

Goertek machte falsche Angaben über Anteil defekter Produkte in der Fertigung

Laut einem Bericht von Sina soll GoerTek über einen langen Zeitraum die von Apple eingeforderten Berichte über die Produktionsausbeute gefälscht haben. Konkret ist davon die Rede, dass der Vertragsfertiger über drei Jahre hinweg keine korrekten Angaben darüber machte, wie hoch die Defektrate in seiner Fertigung war.

Denkbar ist, dass GoerTek so sicherstellen wollte, dass man den prestigeträchtigen Auftrag von Apple nicht verliert. Kuo zufolge dürfte es sich bei dem "Smart Audio"-Produkt, das GoerTek jetzt nicht mehr an seinen Großkunden liefern kann, um die Apple AirPods Pro 2 handeln. Bisher verließ sich Apple bei der Produktion seiner Premium-Earbuds immer auf zwei Herstellungspartner.

Da GoerTek jetzt nicht mehr liefern darf, hat der andere Partner LuxShare seine Kapazitäten angeblich erweitert, um die Lücke zu füllen, und ist jetzt der einzige Vertragsfertiger für die Apple-Kopfhörer. Derzeit ist unklar, ob GoerTek später wieder mit der Produktion der Apple AirPods Pro 2 beginnen darf oder weitere Aufträge des US-Konzerns erhält. Außerdem ist offen, ob Apples drastisches Durchgreifen zu einer schlechteren Verfügbarkeit der Drahtlos-Kopfhörer führen könnte.

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