EU will nächste Woche eine europäische Starlink-Alternative beschließen

Witold Pryjda, 11.11.2022 13:18 Uhr 14 Kommentare
Ein wichtiges Standbein von Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX ist Starlink. Das Sat-Internet ist auch vielerorts regulär verfügbar und erweist sich auch in Kriegsgebieten wie der Ukraine als essenziell. Doch das ist nicht ohne Probleme, weshalb die EU eine Alternative plant. Ein Beispiel hierfür ist der russische Angriff auf die Ukraine: Am Anfang des Krieges stellte sich auch Elon Musk auf die Seite des kleineren Landes und versprach bzw. lieferte - das Ganze war aber auch teilweise durch die US-Regierung finanziert - der Ukraine Starlink-Zugänge. Diese erweisen sich auch als essenziell für die Kriegsbemühungen. Doch zuletzt zeigte sich auch, dass Starlink in der Ukraine von den politischen Launen des 51-Jährigen abhängig ist. Denn Musk präsentierte seinen "Friedensplan" und drehte Starlink in einigen Gebieten zurück oder sogar ganz ab.

170 EU-Satelliten geplant

Das ist sicherlich auch ein Mitgrund, warum die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten gerne eine öffentliche Starlink-Alternative hätten und auch aufbauen wollen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wollen EU-Mitgliedsstaaten und das Europäische Parlament nächste Woche ein Satelliten-System auf den Weg bringen und die dafür benötigten sechs Milliarden Euro bereitstellen bzw. beschließen.

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Allerdings hat dieser Schritt ursprünglich nichts mit dem russischen Angriff auf die Ukraine zu tun. Denn der Aufbau eines europäischen Internet-Satelliten-Systems wurde bereits im Februar von Thierry Breton, dem EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, auf den Weg gebracht.

Russland spielt aktuell eine große Rolle, aber auch China. Denn die asiatische Großmacht drängt vielerorts auf die Märkte, vor allem in Afrika. Ein satellitengestütztes Netzwerk stellt auch eine gute Versicherung dar, wenn terrestrische Lösungen etwa in Katastrophenfällen ausfallen.

Dass ein Starlink-Konkurrent sinnvoll ist, bezweifelt kaum jemand. Problematisch ist aber die Finanzierung, denn in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind solche Investitionen schwer zu verkaufen. Das vorgeschlagene System könnte jedenfalls zum Bau und Start von bis zu 170 Satelliten in niedriger Umlaufbahn zwischen 2025 und 2027 führen.

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