Twitter-Chaos bei Haken und Fakes: Musk kündigt "dumme Dinge" an

Witold Pryjda, 10.11.2022 09:21 Uhr 14 Kommentare
Seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk geht es beim Kurznachrichtendienst drunter und drüber. Es gab Massenentlassungen und fast täglich bzw. teils sogar stündlich neue Features - die auch wieder schnell gekillt werden. Diese Planlosigkeit ist Plan, meint Elon Musk.

Grauer Haken da und schnell wieder weg

Twitter gehört seit zwei Wochen Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk und in dieser Zeit erlebt das soziale Netzwerk so viel, wie andere Firmen in einem Jahr. Das liegt natürlich daran, dass Twitter nicht nur förmlich, sondern auch tatsächlich stündlich Änderungen vornimmt - und wieder rückgängig macht.

So tauchte gestern ein neuer grauer Haken auf, der "offizielle" Konten auf Twitter anzeigen sollte. Dieser sollte zum alten bzw. neuen blauen "Verifiziert"-Haken, der gegen Bezahlung erhältlich sein wird, dazukommen. Ziel des Ganzen ist es, Fake-Konten, die sich als verifiziert ausgeben, zu enttarnen.

Doch das Ganze klappt derzeit nicht, wie es soll. Denn der neue graue "Offiziell"-Haken tauchte ohne Ankündigung auf und verschwand wieder ebenso plötzlich, und zwar nach nur wenigen Stunden. Das fiel unter anderem dem bekannten YouTuber Marques Brownlee auf, ihm antwortete Musk auch und bestätigte das schnelle Aus: "Ich habe es gerade gekillt."

"Dumm ist der, der Dummes tut" - Forrest Gump

In einem späteren Tweet stellte der neue Twitter-CEO klar, wie es dazu kam und wie die nächste Zeit bei Twitter wird, nämlich chaotisch: "Bitte beachtet, dass Twitter in den kommenden Monaten eine Menge dummer Dinge tun wird. Wir werden beibehalten, was funktioniert, und ändern, was nicht funktioniert." Musk gibt also das Prinzip "Spaghetti an die Wand werfen und sehen, welche kleben bleiben" vor.

Ob er sich und Twitter damit einen Gefallen tut, sei dahingestellt. Fakt bleibt, dass in Sachen Verifizierung Handlungsbedarf besteht. Denn die neuen blauen Haken, die in den USA bereits für acht Dollar im Monat gebucht werden können, sorgten schon in den ersten Stunden für eine Flut an "verifizierten" Fake-Meldungen.

"Verifizierte" Twitter-Fake-Meldungen

Fake-Flut

Zahlreiche Nutzer machen sich den "Spaß" und geben sich als verifizierte Konten von Stars, Unternehmen und Organisationen aus, um Fakes zu verbreiten - teilweise aus Schadenfreude, teils mit der Absicht, Musks "Demokratisierung" der Nachrichten als falschen Weg zu entlarven.

"Verifizierte" Twitter-Fake-Meldungen

Beispiele gibt es zur Genüge. So wurden Todesmeldungen über Sport- und Showstars verbreitet: Ein Fake des Basketball-Superstars LeBron James kündigte seinen Abschied von den Los Angeles Lakers an, jemand, der sich als das Football-Team der Pittsburgh Steelers ausgab, teilte mit, dass Quarterback Kenny Pickett gestorben sei. Weniger geschmacklos, aber noch effektiver war hingegen eine Person, die sich - verifiziert - als Nintendo of America ausgab: Denn dieses Konto zeigte einen Super Mario, der den Twitter-Nutzern - und indirekt wohl auch Elon Musk - den Mittelfinger zeigte.

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