Twitter plant den Doppelhaken: Graues Häkchen für verifizierte Nutzer

Roland Quandt, 09.11.2022 06:43 Uhr 14 Kommentare
Weil Twitter den "blauen Haken" künftig nur noch zahlenden Kunden gibt, gab es massive Kritik, schließlich wird das Häkchen damit zweckentfremdet und sozusagen "käuflich". Twitter will das Problem jetzt lösen - mit einem grauen Haken. Seit Twitter von Elon Musk übernommen wurde, soll der altbekannte "blaue Haken", mit dem Nutzer, Organisationen oder Firmen zeigen können, dass ihre Identität geprüft wurde und sie allgemein für relevant genug gehalten wird, nicht mehr auf diese Art verwendet werden. Musk will stattdessen alle Nutzer, die für die kostenpflichtige Variante des Dienstes namens Twitter Blue zahlen, damit ausstatten.

Twitter verkauft den Verifikations-Haken und führt einen neuen Haken ein

Weil dies für reichlich Kritik sorgte, auch weil der "blaue Haken" zum Beispiel hilft, Journalisten und Medien als verifizierte Quellen zu erkennen, möchte Twitter jetzt eine alternative Lösung einführen. Im Profil soll künftig anhand eines grauen Hakens mit der dazugehörigen Kennzeichnung "official" erkennbar sein, dass die Identität des Nutzers geprüft wurde.

Zwar ist somit nicht mehr an jedem Post erkennbar, ob der Autor oder das Unternehmen dahinter tatsächlich ist, wer oder was er oder es vorgibt zu sein. Doch lässt sich dies künftig wenigstens anhand eines Blicks auf die Profilseite herausfinden. Firmen und Personen, die für Twitter Blue zahlen, können daher künftig im Grunde zwei Haken haben - einen blauen und einen grauen.

Grundsätzlich wird der neue, graue "official"-Haken unabhängig davon vergeben, ob ein Account-Eigner für den mit monatlich acht US-Dollar zu erwerbenden "blauen Haken" zahlt. Stattdessen will Twitter den Großteil der bisher dank "blauem Haken" als verifiziert erkennbaren Konten mit der "official"-Kennzeichnung versehen - aber eben nicht alle.

Wie die Twitter-Managerin Esther Crawford in einem Tweet ankündigte, werden nicht alle bereits verifizierten Konten automatisch als "official" gelabelt. Stattdessen soll diese Kennzeichnung nur bei Twitter-Accounts erfolgen, die nachweislich unter anderem Firmen, Regierungen und ihren Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Verlagen und großen Medien sowie in begrenztem Ausmaß auch bestimmten Personen des öffentlichen Lebens gehören.

Auffällig ist, dass die Twitter-Managerin ausdrücklich nicht von Pressevertretern als Kandidaten für die neue Kennzeichnung sprach. Crawford gab zu Protokoll, dass ihr Team und sie weiter an neuen Wegen zur Unterscheidung verschiedener Account-Typen experimentieren wollen. Genauere Angaben zu den Gründen für die Einführung der "official"-Kennzeichnung in Form des grauen Hakens nannte sie nicht.

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