Activision Blizzard-Deal: EU startet Ermittlungen zum Microsoft-Kauf

Tobias Rduch, 09.11.2022 07:55 Uhr 29 Kommentare
Bereits seit Monaten ist bekannt, dass Microsoft den Publisher Activision Blizzard übernehmen möchte. Die EU könnte den Deal allerdings platzen lassen. Da die Übernahme den Wettbewerb behindern könnte, hat die EU-Kommission nun tiefgreifende Ermittlungen eingeleitet. Schon in der vergangenen Woche haben wir darüber berichtet, dass die Kartellwächter der EU den Deal zwischen Microsoft und Activision Blizzard in erster Instanz nicht genehmigt haben. Aufgrund einer Frist hatte sich die EU-Kommission allerdings noch nicht offiziell zu dem Thema geäußert. Nun hat die Europäische Kommission jedoch bestätigt, Bedenken bezüglich der Übernahme zu haben. Daher wurde ein umfassendes Verfahren eingeleitet, das die Verschmelzung untersuchen soll. Die Ermittlungen sollen klären, ob der Deal gegen Kartellrecht verstößt und damit eine Gefahr für den freien Wettbewerb darstellt.


Der Regulator sieht vor allem die Gefahr, dass Microsoft bestehende und neue Games von Activision Blizzard ausschließlich auf eigenen Konsolen zugänglich machen könnte. Das soll in Zusammenhang mit Top-Titeln wie "Call of Duty" zu einem Problem werden, wenn die Spieler zum Umstieg auf das Microsoft-Ökosystem gezwungen werden. Die Redmonder möchten weiter mit der EU zusammenarbeiten, um die Bedenken ausräumen zu können.

Entscheidung soll im März 2023 fallen

Die Europäische Kommission hat nun bis zum 23. März 2023 Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Sollten Microsofts Argumente und Versicherungen die Kartellwächter nicht überzeugen können, wäre es denkbar, dass der Deal nicht zustande kommt. Falls die Bedingungen der EU-Kommission zu streng ausfallen, könnten die Redmonder selbst von ihrem Angebot zurücktreten. Der Insider Dan Ives hat gegenüber der New York Post betont, dass es bei Microsofts Strategie vor allem um Exklusivität geht. Sollten die Titel von Activision Blizzard auch weiterhin für PlayStation und Xbox angeboten werden müssen, könnte Microsoft schlussendlich auf die Übernahme verzichten.

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