Elon Musk versteht keinen Spaß, droht bestimmten Parodie-Accounts

Witold Pryjda, 07.11.2022 11:19 Uhr 23 Kommentare
Neo-Twitter-Chef Elon Musk sorgt seit Tagen für Aufregung. Das betrifft nicht nur Entlassungen (und umgehende Wiedereinstellungen), sondern auch seine Ideen und den Umgang mit Kritik. Aktuell löste Musk Diskussionen zu Parodie-Konten aus.

Twitter hat 424.000 blaue Haken
Infografik: Twitter hat 424.000 blaue Haken

Der Tesla- und SpaceX-Chef argumentiert seit Tagen und Wochen, dass seine Twitter-Übernahme vor allem von seinem Wunsch nach freier Meinungsäußerung getrieben ist. Er sieht sich als Vorkämpfer für Redefreiheit - sofern diese Meinung sich weitgehend mit seiner eigenen deckt. Denn seit einigen Tagen überzieht er etablierte Journalisten und Medien mit kritischen und teils sogar gehässigen Tweets. Darin wirft er ihnen im Wesentlichen die Verbreitung von Fake News vor.

Musk "bewirbt" derzeit die kommende "Verifizierung für alle" und ist allem Anschein nach der Ansicht, dass der blaue Haken für acht Dollar im Monat auch das wichtigste Werkzeug der Meinungsfreiheit seit der Erfindung der Druckerpresse ist.

Elon Musk: Besser im Austeilen als im Einstecken

Doch die Meinungsfreiheit™ hat für Musk ihre Grenzen. Vor allem dann, wenn es um die eigene Person geht. Denn der 51-Jährige, der austeilen kann wie kaum ein anderer, ist im Einstecken nicht ganz so gut. So haben in den vergangenen Tagen zahlreiche verifizierte Twitter-Nutzer, darunter auch einige Prominente, ihre Konten bearbeitet und sich als "Elon Musk" ausgegeben. Sie passten entsprechend den Namen und das Profilbild an.

Die meisten posteten daraufhin eindeutige ironische Tweets, der Hintergrund des Ganzen sind natürlich die geplanten Änderungen an der Verifizierung. Denn auf diese Weise zeigen diese Nutzer, wie einfach es ist, sich als jemand anderes auszugeben - auch bzw. gerade im neuen System auf Twitter.

Doch das fand Musk gar nicht lustig. Denn der "Chief Twit" kündigte umgehend an: "Künftig werden alle Twitter-Handles, die sich als Imitatoren ausgeben, ohne eindeutig 'Parodie' zu nennen, dauerhaft gesperrt." In einem weiteren Tweet präzisiert er: "Bisher haben wir vor der Sperrung eine Warnung ausgegeben, aber jetzt, da wir die Verifizierung auf breiter Basis einführen, wird es keine Warnung mehr geben. Dies wird eindeutig als Bedingung für die Anmeldung bei Twitter Blue angegeben."

Freilich hatte das zur Folge, dass die Nutzer die Aussagen von Musk sofort testen wollten und den Namen auf "Elon Musk (Parodie) änderten - auch um zu prüfen, ob sie dafür gesperrt werden. Übrigens hatte Musk stets gegen lebenslange Sperren argumentiert und auch angekündigt, jene von Donald Trump aufzuheben.

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