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Android: Google soll wegen Play-Services-Zwang 165 Mio. Euro zahlen

Die indische Regierung hat Google zu einer Geldstrafe von umgerechnet über 165 Millionen Euro verdonnert. Angeblich behindert Google durch den Zwang zur Vorinstallation seiner mobilen Services und der eigenen Apps den Wettbewerb.
20.10.2022  19:38 Uhr
Google verstößt nach Meinung der indischen Wettbewerbsbehörden in "mehreren Märkten" für mobile Endgeräte gegen die dort geltenden Gesetze. Deshalb soll der Internetkonzern jetzt umgerechnet gut 165 Millionen Euro (13,38 Milliarden indische Rupien) zahlen. Indien ist mit seiner riesigen Zahl von potenziellen Kunden einer der wichtigsten Märkte für Google, weshalb der Konzern dort in den letzten Jahren Milliarden investiert hat.

In einer Pressemitteilung erklärten die Wettbewerbshüter, dass Googles Praxis, die Vorinstallation der gesamten Sammlung der Google Mobile Services und eine prominente Platzierung seiner hauseigenen Apps auf den Geräten diverser Hersteller bei der Zertifizierung für den Google Play Store zu verlangen, einer unrechtmäßigen Beschränkung des Wettbewerbs entspricht.

Den Play-Store-Zugang gibt es nur, wenn man auch Googles Apps vorinstalliert

Google beschränkt mit diesem Verhalten angeblich auch die Fähigkeit der Gerätehersteller, die Produkte anderer Anbieter auf ihrer Hardware zu installieren. Außerdem werde der Wettbewerb im Bereich für Apps für die Websuche begrenzt, weil Google eine eigene Suche verpflichtend vorinstallieren lässt. Das Gleiche gilt nach Meinung der indischen Behörden auch für die anderen Google-Apps, durch deren Installationszwang das US-Unternehmen den Erfolg alternativer Anbieter ausbremst.

Die Gerätehersteller dürfen laut den indischen Behörden nicht gezwungen werden, Googles Dienste und Apps ab Werk zu installieren. Stattdessen müssten alle Hersteller, die Android auf ihren Geräten verwenden, ohne Einschränkung die Google Play Services nutzen dürfen. Diese Möglichkeit bindet Google aber eben an die Vorinstallation der eigenen Apps und Dienste, sodass ohne sie keine offizielle Erlaubnis für den Zugang zum weltweit dominierenden Android-App-Store gewährt wird, den Google bekanntermaßen in Form des Play Store selbst betreibt.

Google hat sich zu dem Thema bisher noch nicht geäußert, weil das Unternehmen die neue Entscheidung der indischen Behörden selbst noch nicht in vollem Umfang vorliegen hat. Fraglich ist, ob sich an der aktuellen Lage im Markt durch die Geldstrafe gegen Google tatsächlich etwas ändern wird. Die Vorinstallation des Google Play Store ist bekanntermaßen ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Android-Hardware, wie sich in den letzten Jahren auch am Beispiel von Huawei gezeigt hat.

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