NASAs wichtiger Planetenjäger fährt sich unerwartet selbst runter

John Woll, 14.10.2022 12:15 Uhr
Für die Ingenieure und Wissenschaftler sind es wohl immer bange Minuten, wenn Technik im Weltraum ein Problem meldet. Vor Kurzem löste der Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) Alarm aus. An Bord des Planetenjägers hatte ein zentrales System einen schweren Schluckauf.

TESS: Eines der Werkzeuge auf der Jagd nach Planeten

Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie gut Computertechnik dem All mit seinen vielen extremen Belastungen doch standhält. Wie auf der Erde bleibt es aber nicht aus, dass von einem Moment zum anderen dann doch auch mal ganz plötzlich Probleme auftreten können. TESS war am Montag, dem 10. Oktober, wie gewöhnlich dabei, den Himmel für die NASA nach Exoplaneten zu durchforsten, als die Bordsysteme des Satelliten unerwartet in den Safe-Mode übergingen.

Potenziell bewohnbare Exoplaneten (UPR Arecibo)

Wie die NASA jetzt in einem kurzen Update mitteilt, konnte man nach einer vorläufigen Untersuchung die größten Sorgen zerstreuen. Alle Hinweise deuten darauf hin, dass die Systeme von TESS nicht beschädigt wurden - beispielsweise durch Mikrometeoriten. Vielmehr ist die plötzliche Arbeitsverweigerung des Satelliten wohl auf Fehler des Flugcomputers zurückzuführen, der sich ohne Zutun der Ingenieure neu gestartet hatte.

TESS (Transiting Exoplanet Survey Satellite)

Wie das Team schreibt, wird man sich jetzt für eine eingehende Analyse der Ursache sowie das ordnungsgemäße Hochfahren der Systeme einige Tage Zeit lassen. Bis dahin sei die Sonde in einer "stabilen Konfiguration", könne aber keine Arbeit leisten. Diese Vorsicht beim Neustart ist auch geboten, weil einige wissenschaftliche Daten durch den plötzlichen Ausfall nicht zur Erde gesendet, sondern auf dem Satelliten gespeichert wurden.

TESS ist für die NASA eines der wertvollsten und mächtigsten Werkzeuge auf der Jagd nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Seit seinem Start im Jahr 2018 hat die Sonde 250 Exoplaneten entdeckt und weitere tausende Kandidaten ausgemacht. Offiziell war die Mission auf 2 Jahre ausgelegt, wurde dann aber um 27 Monate verlängert.

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