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Bill Gates: Klimakrise sollte nicht zum "moralischen Kreuzzug" werden

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung der Menschheit seit Langem, vielleicht sogar aller Zeiten. Wie man sie lösen kann, darüber gibt es viele Diskussionen und auch Ansätze. Auch Bill Gates macht sich Gedanken dazu und meint, dass Konsumverzicht keine echte Lösung sei.
30.09.2022  12:31 Uhr
Transport, Produktion, Landwirtschaft und vieles mehr: All diese Bereiche tragen maßgeblich zum Ausstoß von Treibhausgasen und damit dem Klimawandel bei. Die einfachste Lösung wäre die Zurückhaltung jedes einzelnen, dazu rufen jedenfalls Experten und Aktivisten immer wieder auf. Das Problem: Wirklich zielführend ist das nicht, denn dafür ist jeder einzelne von uns schlichtweg zu egoistisch und der Effekt unter dem Strich zu gering. Kaum jemand will auf eine Urlaubsflugreise verzichten, weniger kaufen oder auch die Ernährung umstellen. Dieser Meinung ist auch Bill Gates. Der Microsoft-Co-Gründer sagte gegenüber dem Bloomberg-Podcast Zero (via CNBC), dass nur wenige Menschen bereit sind, ihren Lebensstil nachhaltig anzupassen: "Ich glaube nicht, dass es realistisch ist, zu sagen, dass die Menschen ihren Lebensstil wegen der Sorge um das Klima völlig ändern werden", sagte der 66-Jährige.

Bill Gates - Das Leben des Microsoft-Gründers
Infografik: Bill Gates - Das Leben des Microsoft-Gründers

Gates weiter: "Man kann eine Kulturrevolution haben, bei der man versucht, alles umzuwerfen, man kann eine Situation wie in Nordkorea schaffen, wo der Staat die Kontrolle hat. Abgesehen von einer immensen zentralen Autorität, die die Leute einfach gehorchen lässt, denke ich, dass das Problem des kollektiven Handelns einfach nicht lösbar ist."

Dabei meint der Microsoft-Co-Gründer, dass man natürlich dazu aufrufen kann und auch soll - erwarten sollte man sich davon aber nicht zu viel: "Wer sagt, dass wir den Menschen vorschreiben sollen, kein Fleisch mehr zu essen oder kein schönes Haus mehr haben zu wollen, und dass wir die Wünsche der Menschen einfach ändern sollen - das wäre meiner Meinung nach zu schwierig."

Effekt zu gering

Laut Gates ist das auch eine Sache von Zahlen: Selbst, wenn die reichen Länder signifikante individuelle Einschnitte vornehmen, werde das nicht genug sein, um die Treibhausgase so weit zu reduzieren, um den Klimawandel aufzuhalten.

Das bedeutet laut Gates aber nicht, dass man nichts tun könne oder solle. Laut dem langjährigen Microsoft-CEO müsse man technologische Lösungen suchen und auch die Wirtschaft nachhaltig umstellen. Laut Gates sei es aber ein Fehler, das Klima für einen "moralischen Kreuzzug" zu nutzen.

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