Schach-Weltmeister wirft Konkurrenten jetzt offiziell Schummeln vor

Witold Pryjda, 27.09.2022 15:22 Uhr 3 Kommentare
Die Welt des Schachs ist dieser Tage in Aufruhr, denn es spielt sich ein Drama ab, das als Mischung aus Krimi und Seifenoper beschrieben werden kann. Denn kein Geringerer als Weltmeister Magnus Carlsen wirft seinem Konkurrenten vor, zu betrügen, und zwar off- wie online. Schach gilt als Spiel der Könige, dieser Begriff ist natürlich doppeldeutig zu sehen und spielt auf Figuren wie auch dessen Intellektualität an. Was sich aktuell in der Schachszene abspielt, hat aber nicht viel mit dem Selbstbild oder auch Klischee dieses Spiels und Sports zu tun: Denn ein mutmaßlicher Schummel-Skandal erschüttert die Welt des Schachs.

Und dieser betrifft nicht irgendwelche Personen, sondern die derzeit besten und bekanntesten Spieler der Welt. Konkret wirft nämlich Magnus Carlsen, fünffacher Weltmeister und für viele der beste Spieler aller Zeiten, seinem US-amerikanischen Herausforderer und Aufsteiger Hans Niemann vor, zu betrügen.

"Niemann ist ein Betrüger"

Bisher gab es hierzu viel Unausgesprochenes, wie einen aufsehenerregenden Turnier-Rückzug Carlsens nach nur einem Zug, doch nun hat der 31-jährige Norweger via Twitter seine Vorwürfe konkretisiert. Er wirft seinem Rivalen, der zuletzt einen für viele zu rasanten Aufstieg in die Weltspitze des Schachs hingelegt hat, betrügerische Methoden vor.

"Ich glaube, dass Niemann mehr - und vor kürzerer Zeit - betrogen hat, als er öffentlich zugegeben hat", schreibt Carlsen in seinem via Twitter veröffentlichten Statement. "Seine Fortschritte am Brett waren ungewöhnlich, und während unserer Partie im Sinquefield Cup hatte ich den Eindruck, dass er in kritischen Stellungen nicht angespannt oder sogar voll auf das Spiel konzentriert war, während er mich auf eine Art und Weise überspielte, wie es meiner Meinung nach nur eine Handvoll Spieler schafft."

Laut Carlsen würde Niemann wiederholt schummeln, und zwar in Online- wie auch Offline-Partien. Laut dem Weltmeister müsse die Schachwelt etwas gegen solche Betrügereien unternehmen, er selbst wird sich fortan weigern, gegen Cheater zu spielen. Wie Niemann geschummelt haben könnte, vor allem in realen Turnieren, erläutert Carlsen nicht - hierzu gibt es aber bereits die wildesten Theorien.

Siehe auch: KI-Schummelvorwürfe - Weltmeister versetzt Schachwelt in Aufruhr

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