VW gelingt jetzt der große Wurf bei der Batteriezell-Produktion

Christian Kahle, 27.09.2022 15:43 Uhr 28 Kommentare
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Nach dem Wechsel auf dem Chefsessel gab es durchaus Zwei­fel, wie konsequent Volkswagen seinen Kurs in Richtung Elek­tro­mo­bi­li­tät fortsetzt. Diese dürften durch die Bekanntgabe ei­ner neu­en Part­ner­schaft im Batterie-Bereich nun aber verfliegen. Wie VW und seine Tochter PowerCo mitteilten, habe man mit dem belgischen Umicore-Konzern die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens vereinbart. Der neue Partner ist unter anderem auf das Recycling von Spezialwerkstoffen spezialisiert und gewinnt aus ausgedienten Produkten auch verschiedenste Werkstoffe zurück, die für die Batterieproduktion benötigt werden.

Das Joint Venture zwischen den beiden Konzernen soll sich um die Kathoden- und Vormaterialproduktion kümmern. Und das in großem Stil. Die Partner investieren gemeinsam rund 3 Milliarden Euro in das neue Unternehmen. Auf Basis der wiederverwerteten Materialien Umicores soll es PowerCo dann ab 2025 mit Schlüsselmaterialien für die europäischen Batteriezellfabriken versorgen, von denen aus die Elektroautos des VW-Konzerns bestückt werden.


Sicherung der Materialien

Bis zum Ende des Jahrzehnts wollen die Partner Kathoden- und Vormaterial für 160 Gigawattstunden Zellkapazität pro Jahr produzieren. Das entspricht einer jährlichen Produktionskapazität, die für rund 2,2 Millionen vollelektrische Fahrzeuge ausreicht, hieß es. Insbesondere das Kathodenmaterial ist dabei ein zentraler technologischer Hebel für die Batterieleistung und der bedeutendste Kostenfaktor in der Produktion für die Elektromobilität.

"Kathodenmaterial ist für die Batterieproduktion ein unverzichtbarer strategischer Rohstoff, der für ungefähr 50 Prozent des Gesamtwerts der Zelle steht. Unmittelbarer und langfristiger Zugang zu umfangreicher Kapazität stellt daher einen klaren Wettbewerbsvorteil dar", sagte PowerCo-Chef Thomas Schmall. Das Joint Venture soll 2025 die Produktion aufnehmen und zunächst die PowerCo-Zellfabrik in Salzgitter beliefern. Die Suche nach einem passenden Standort für das Werk des Joint Ventures dauert noch an.

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