Mechanismus klemmt im kältesten Instrument des Webb-Teleskops

John Woll, 22.09.2022 15:13 Uhr 1 Kommentar
Das Mid-Infrared Instrument, MIRI, an Bord des James-Webb-Teleskops, arbeitet bei Temperaturen knapp über dem absoluten Nullpunkt. Jetzt lief den Technikern aber wohl ein eiskalter Schauer über den Rücken. Bei einem Bauteil in dem Instrument scheint es zu klemmen.

Da klemmt ein Gitterrad im Bauch von James Webb

James Webb kann im Vergleich mit Hubble nicht "einfach" repariert werden, dafür ist der Orbit am Lagrange-Punkt 2 - ein Punkt im System Sonne-Erde, an der die Gravitationskräfte beider Körper einander aufheben - mit 1,5 Millionen Kilometern zu weit von der Erde entfernt. Jetzt mussten die Wissenschaftler der NASA feststellen, dass bei der Vorbereitung einer Beobachtung ein winziges Bauteil ein ungewöhnliches Verhalten gezeigt hatte.


Wie die NASA beschreibt, muss man sich aktuell wohl um einen der vier Beobachtung-Modi des MIRI-Instruments Sorgen machen. Am 24. August mussten die Ingenieure feststellen, dass die Sensoren eines Mechanismus, der für die sogenannte mittelauflösende Spektroskopie (MRS) benötigt wird, eine erhöhte Reibung an die Erde gemeldet hatten. Wie die NASA beschreibt, handelt es sich dabei um ein Gitterrad, das es in diesem Beobachtungsmodus ermöglicht, kurze, mittlere und längere Wellenlängen zu wählen.

James Webb Space Teleskop

Zum Glück nur ein Modus

Das Problem bringt mit sich, dass das Team die geplanten Beobachtungen mit diesem Modus seit Ende August auf Eis gelegt hat. Jetzt gelte es, mit allen zur Verfügung stehenden Ferndiagnosemitteln "das Verhalten weiter zu untersuchen", um die passenden Strategien für den Weiterbetrieb zu entwickeln. Hier kommt James Webb und seinen Instrumenten der Aufbau zugute, der Bauteile möglichst unabhängig voneinander macht. So können die anderen drei Beobachtungsmodi von MIRI - Bildgebung, niedrig auflösende Spektroskopie und Koronografie - normal weiterarbeiten.

Hubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im Detail
Infografik Hubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im Detail


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