Optionales Windows 10 Update bringt lang angekündigte TLS-Änderung

Nadine Dressler, 17.09.2022 11:19 Uhr
Microsoft hat für die aktuell noch voll unterstützten Windows 10-Versionen ein optionales, nicht-si­cher­heits­relevantes Update im Release-Preview-Kanal veröffentlicht. Es handelt sich um die Vorschau für den Oktober-Patch-Day. Vorgestellt werden fünf Neuerungen. Das neue Update startet für Nutzer der Windows 10-Versionen 21H2, 21H1 und für die noch nicht final freigegebene Version 22H2, allerdings nur im Rahmen der Tests im Release-Preview-Kanal.

Diese Aktualisierung behebt eine Reihe von Problemen, die nach dem Patch-Day aufgetreten waren. Dazu kommen auch in diesem Monat wieder eine Reihe von Verbesserungen sowie Neuerungen. Es handelt sich um nicht-sicherheitsrelevante Aktualisierungen, die später in der Knowledge Base als KB5017380 geführt werden. Da starten die Hintergrundinformationen aber vermutlich erst zum Monatsende. Die Buildnummern lauten 19045.2075, 19044.2075 und 19043.2075.


Informationen zu den Neuerungen und zu allen weiteren Änderungen findet man bereits im Windows Insider Blog. Wir haben die Highlights (Neuerungen) für euch übersetzt und am Ende des Beitrags mit angefügt.

Die Neuerungen enthalten als Erstes eine wichtige Änderung, die lange angekündigt war: Microsoft verbessert die Sicherheit, indem jetzt Transport Layer Security (TLS) 1.0 und 1.1 in Microsoft-Browsern und -Anwendungen standardmäßig deaktiviert sind. Schon im Jahr 2020 hatte der Konzern dabei TLS 1.3-Verschlüsselung in Windows 10 zum Standard gemacht. Das bietet übrigens nicht nur Sicherheits- sondern auch Leistungs-Vorteile.

Im August hatte Microsoft allerdings zunächst noch angekündigt, die Änderungen zum Patch-Day September vorzunehmen. In den Notizen zur Patch-Veröffentlichung war TLS dann aber gar nicht aufgetaucht.

TLS 1.0 und TLS 1.1 bald standardmäßig deaktiviert

"Wir aktualisieren den Zeitrahmen für die standardmäßige Deaktivierung von TLS 1.0 und TLS 1.1 für Internet Explorer und EdgeHTML, die Rendering-Engine für das WebView-Steuerelement. TLS 1.0 und TLS 1.1 werden ab dem 13. September 2022 standardmäßig für beide deaktiviert. Organisationen, die TLS 1.0 und TLS 1.1 vor diesem Datum deaktivieren möchten, können dies über Gruppenrichtlinien tun. Die Legacy-Desktop-Anwendung Microsoft Edge ist in diesem Zeitrahmen nicht mehr vorgesehen, da sie am 9. März 2021 das Ende der Unterstützung erreicht hat."

Tipps zur angekündigten Deaktivierung hat Microsoft bereits ausführlich dokumentiert.

Viele Änderungen in der Vorschau

Die Previews beziehungsweise optionalen Updates entsprechen den früher als C-Updates herausgegebenen Vorab-Versionen von Windows. Die darin enthalten Bugfixes werden - wenn nichts dazwischenkommt - zum Patch-Day im Oktober dann automatisch an alle Nutzer verteilt. Microsoft startet die Verteilung allerdings nicht wie bei den anderen Updates auf einen Schlag. Das Windows-Team testet mit diesem Update verschiedene Bugfixes und Verbesserungen. Wer von den Fehlerbehebungen schon jetzt profitieren würde und das nun gern möchte, kann das Update bereits über das Insider Programm beziehen.

Dieses Update enthält die folgenden Verbesserungen:

  • Neu! Wir haben Transport Layer Security (TLS) 1.0 und 1.1 in Microsoft-Browsern und -Anwendungen standardmäßig deaktiviert.
  • Neu! Wir haben die Möglichkeit geschaffen, in der Taskleiste nach den Steuerelementen für Nachrichten und Interessen zu suchen und sie über die Einstellungen-App zu ändern. Um Ihre Einstellungen zu ändern, navigieren Sie zu Einstellungen > Personalisierung > Taskleiste > Nachrichten und Interessen. Andernfalls klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste und wählen Sie Taskleisteneinstellungen.
  • Neu! Wir haben alle Ausrichtungen der Taskleiste für Nachrichten und Interessen unterstützt. Eine obere, linke oder rechte Taskleiste verfügt jetzt über ähnliche Funktionen und Einstellungen wie die horizontale Taskleiste.
  • Neu! Wir haben die WebAuthn-Umleitung eingeführt. Damit können Sie sich in Anwendungen und auf Websites ohne Kennwort authentifizieren, wenn Sie Remote Desktop verwenden. Anschließend können Sie Windows Hello oder Sicherheitsgeräte wie Fast Identity Online 2.0 (FIDO2)-Schlüssel verwenden.
  • Neu! Wir haben eine Funktion eingeführt, mit der Sie die Azure Active Directory (AD)-Authentifizierung verwenden können, um sich über Remotedesktop bei Windows anzumelden. Anschließend können Sie Windows Hello oder Sicherheitsgeräte wie Fast Identity Online 2.0 (FIDO2)-Schlüssel für die Remote-Anmeldung verwenden. Es ermöglicht auch die Verwendung von Richtlinien für den bedingten Zugriff.

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