Ubisoft behauptet, dass man nie wirklich an NFTs interessiert war

Witold Pryjda, 13.09.2022 13:09 Uhr 5 Kommentare
Der französische Publisher Ubisoft hat lange Zeit groß auf NFTs gesetzt, man war der Überzeugung, dass Non Fungible-Tokens die Zukunft der Branche sind. Doch die Kundschaft sah das anders und Ubisoft hat sich mit seinen NFT-Plänen blamiert. Doch nun redet man alles klein. Ende des vergangenen Jahres waren NFTs noch ein riesiges Hype-Thema und unter den Spieleherstellern setzte kein Unternehmen so stark darauf wie Ubisoft. Die Spieler interessierte das aber wenig bis gar nicht und so überraschte es nicht, dass dieses alternative Modell für (einzigartige) Mikrotransaktionen kaum Abnehmer fand.

Zunächst wollte Ubisoft das aber gar nicht einsehen und ließ ausrichten, dass es die Gamer sind, die noch nicht bereit für NFTs seien. Ein Manager des Unternehmens meinte schlicht, dass die Gamer "noch nicht kapieren", welche Vorteile NFTs für sie haben.

In-Game-Käufe treiben Gaming-Umsätze in die Höhe
Infografik: In-Game-Käufe treiben Gaming-Umsätze in die Höhe

Nun, da der NFT-Markt insgesamt de facto eingestürzt ist wie ein Kartenhaus, will man bei Ubisoft nichts mehr davon wissen. Denn mittlerweile klingen die Ambitionen des Publishers deutlich weniger euphorisch. Bei einem Presseevent im Pariser Hauptquartier von Ubisoft klang CEO Yves Guillemot nämlich alles andere als überzeugt davon, dass NFTs die Zukunft gehört.

"Noch" im Erkundungsmodus?

Wie GameIndustry.biz berichtet, sagte der CEO, dass sein Unternehmen derzeit die Sache erst auslotet. "Ich würde sagen, dass wir uns bei den NFT noch im Erkundungsmodus befinden", so Guillemot. Der 62-Jährige weiter: "Wir befassen uns wirklich mit allen neuen Technologien. Wir setzen sehr stark auf die Cloud, auf die neue Generation von Voxeln, und wir schauen uns alle Web3-Funktionen an. Wir haben kürzlich ein paar Dinge getestet, die uns mehr Informationen darüber geben, wie sie genutzt werden können und was wir im Universum der Videospiele tun sollten. Wir testen also einige Games, und wir werden sehen, ob sie wirklich den Bedürfnissen der Spieler entsprechen."

Gerade für letzteres werden nahezu alle Spieler sicherlich eine klare Antwort haben. Interessant ist vor allem, dass Guillemot später so spricht, als wären diese NFT-Experimente noch gar nicht veröffentlicht worden: "Wir hätten sagen sollen, dass wir daran arbeiten, und wenn wir etwas haben, das Ihnen einen echten Nutzen bringt, werden wir es vorstellen. Erforschen heißt nicht gleich starten."

Siehe auch:
5 Kommentare lesen & antworten
Folge WinFuture auf Google News
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2023 WinFuture Impressum Datenschutz Cookies