Flut KI-generierter Bilder führt zu deren Bann in Kunst-Communities

Witold Pryjda, 13.09.2022 11:21 Uhr 2 Kommentare
KI-Kunst und Bots wie Dall-E und Midjourney sind derzeit eines der ganz großen Themen. Das betrifft einerseits Nutzer, die fasziniert sind, was die KIs leisten, aber auch die Kunstwelt, die noch nicht ganz weiß, wie sie damit umgehen soll. Einige Communitys bannen sie deshalb. Künstliche Intelligenzen sind heutzutage längst Alltag, auch wenn dieser Begriff gerne etwas zu frei interpretiert wird. Das liegt daran, dass viele Anwendungen und Resultate als KI-unterstützt bezeichnet werden, die aber dem Begriff nicht wirklich gerecht werden. Aber KI klingt nun mal besser.

Auch Kunst-KIs setzen auf künstliche neuronale Netzwerke, doch hier ist das Wort KI selbst als Marketing-Begriff mehr als zutreffend. Denn bei Programmen wie Dall-E und Midjourney geben die Nutzer einige Stichworte ein und der Bot spuckt nur wenig später zumeist faszinierende Ergebnisse aus. Zuletzt wurde sogar ein Fall bekannt, bei dem ein Nutzer ein per Midjourney kreiertes Bild bei einem Kunstwettbewerb einreichte - und diesen gewann.

Jason Allen - Théâtre D'opéra Spatial
Dieses mit Hilfe von Midjourney von Jason Allen erschaffene Bild ('Théâtre D'opéra Spatial') hat einen Kunstwettbewerb gewonnen

Für Online-Communitys, die sich dem Thema Kunst widmen, wird KI-Kunst aber immer mehr zum Problem, ja zur regelrechten Plage. Wie Ars Technica unter Berufung auf das Blog Waxy berichtet, haben kleinere Kunst-Seiten bereits begonnen, automatisch generierte Kunstwerke zu verbannen bzw. Bots auszuschließen. Die Großen der Online-Kunst wie DeviantArt und ArtStation haben bisher solche Schritte bzw. Regelungen noch nicht durchgeführt bzw. umgesetzt, das scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein.

Vorwurf: KIs erschaffen nichts, sie "klauen"

Dabei ist die zentrale Frage eine der ältesten in diesem Bereich, nämlich: Was ist Kunst? Denn es gibt viele, die solche Bots und KIs als neues Werkzeug sehen, aber natürlich auch jene, die das als eine Art Plagiat und kreativen Diebstahl einstufen.

Das Problem dabei ist (vereinfacht erklärt), dass die Bots nicht alles von Grund auf erschaffen, sondern vielfach bestehende Werke remixen und neu interpretieren. Kunst-Communitys verbannen deshalb nicht nur das Veröffentlichen solcher Werke, sondern versuchen auch den externen Zugriff durch solche Bots zu unterbinden. Wie die Sache ausgehen wird, ist offen, denn eines scheint klar: Die Kunst-Bots sind gekommen, um zu bleiben.

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