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Blutuntersuchung zeigt: Alle Astronauten haben eine mutierte DNA

Der Aufenthalt im Weltraum sorgt aufgrund dessen, dass man stets einer erhöhten Strahlung ausgesetzt ist, für Schäden am Erbgut. Das konnten nun auch Forscher belegen, die Blutproben einer Reihe von Shuttle-Astronauten untersuchten.
12.09.2022  15:47 Uhr
Laut eines im Journal Nature Communications Biology veröffentlichten Papers wurden Blutproben von 14 Astronauten unter die Lupe genommen, die zwischen 1998 und 2001 mit Space Shuttles in den Weltraum geflogen sind. Bei allen wurden im Vergleich zu Proben vor dem Flug Mutationen in der DNA festgestellt. Obwohl diese Mutationen nach den bisherigen Erkenntnissen so geringfügig sind, dass sie keine ernsthafte Bedrohung für die langfristige Gesundheit der Astronauten darstellen, unterstreichen die Forschungsergebnisse die Bedeutung regelmäßiger Gesundheitsuntersuchungen für Astronauten, insbesondere wenn sie in den kommenden Jahren zu längeren Missionen zum Mond und darüber hinaus aufbrechen. Denn die Veränderungen treten eher zufällig an verschiedenen Stellen der DNA auf und können schnell auch eine Form annehmen, die Erkrankungen wie Krebs auslösen.


"Astronauten arbeiten in einer extremen Umgebung, in der viele Faktoren zu somatischen Mutationen führen können, vor allem die Weltraumstrahlung, was bedeutet, dass die Gefahr besteht, dass sich diese Mutationen zu einer klonalen Hämatopoese entwickeln könnten", so der Hauptautor David Goukassian, Professor für Medizin an der Icahn School of Medicine.

NASA will Grenzwerte abschwächen

Die Ergebnisse sind vor allem auch wichtig, weil die NASA die Grenzwerte für die Strahlungsbelastungen ihrer Astronauten gern ändern würde. So will man die bisher noch existierenden Geschlechter-Unterschiede aufheben und auch höhere Belastungen für jüngere Astronauten zulassen. Das würde es ermöglichen, auch längerfristige Missionen mit Besatzungen durchzuführen, die aufgrund ihres geringeren Alters noch leistungsfähiger sind. Und auch bei den besonders strahlungsintensiven Außenarbeiten würde man Astronauten besser einsetzen können, die jünger sind.

Die Blutproben für die Studie wurden zwölf männlichen und zwei weiblichen Astronauten zehn Tage vor ihrem Flug und am Tag ihrer Landung entnommen. Die Proben wurden dann bei -112 Grad Celsius für etwa zwei Jahrzehnte kryogenisch gelagert. Die in den Blutproben beobachteten DNA-Veränderungen ähneln der Art von somatischen Mutationen, die bei älteren Menschen beobachtet werden - was an sich schon interessant ist, wenn man bedenkt, dass das Durchschnittsalter der Astronauten nur 42 Jahre betrug.
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