Netflix, Google und Co sollen "Maut" für die Datenautobahn zahlen

Nadine Dressler, 11.09.2022 17:50 Uhr 16 Kommentare
Unternehmen wie Netflix, Google oder Facebook sollen künftig in der EU eine "Daten-Maut" bezahlen und damit den Netzausbau mitfinanzieren. Was auf der Straße schon Realität ist, soll nun auch für die Daten-Autobahn kommen.

Daten-Maut ab 2023?

Darüber wird in der EU schon länger diskutiert - auch die Lobby von Internetanbietern wie der Telekom, Vodafone und Telefonica machen sich dafür stark. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß der EU-Kommission, damit eine Daten-Maut schon im kommenden Jahr erhoben werden könnte.

Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach wird in wenigen Monaten darüber abgestimmt, ob Tech-Giganten einen Teil der Kosten für das europäische Telekommunikationsnetz mittragen sollten. Künftig sollen die Unternehmen zur Kasse gebeten werden, die einen großen Teil des Internetverkehrs "verursachen".


"Wir müssen auch überprüfen, ob die Regulierung an die GAFAs (Google, Apple, Facebook, Amazon) angepasst ist, die Bandbreite nutzen, die von den Telekommunikationsbetreibern zur Verfügung gestellt wird", erklärte EU-Kommissar Thierry Breton gegenüber Reportern.

GAFA ist eine in Frankreich geläufige Abkürzung für die größten US-Tech-Unternehmen und schließt auch Anbieter wie Netflix und Co. mit ein. Breton sagte, dass "der faire Anteil" der US-Tech-Unternehmen an der Finanzierung der europäischen Telekommunikations- und Internetinfrastruktur Teil einer umfassenden Konsultation sein wird, die auch das Metaverse - die gemeinsamen virtuellen Welten, auf die Menschen über das Internet zugreifen können - einbeziehen wird.

Stichpunkt Netzneutralität

Dabei geht es jetzt auch wieder um das Thema Netzneutralität, mit der die deutschen Netzbetreiber bereits ihre Erfahrungen gemacht haben. Gemeint ist damit der Grundsatz, dass Internetdienstanbieter den Zugang zu allen Inhalten und Anwendungen unabhängig von ihrer Quelle ermöglichen sollten. Nun erklärten die GAFAs bereits, dass die Einführung einer Maut die "Netzneutralität" infrage stellen würde.

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