Höhepunkt der Sternentstehung: James Webb liefert Tarantula-Fotos

Nadine Dressler, 07.09.2022 18:44 Uhr
Das James-Webb-Teleskop liefert die bisher besten Bilder der Sternentstehungsregion 30 Doradus, auch bekannt als Tarantula-Nebel oder NGC 2070. Diese Region ist von großem wissenschaftlichem Interesse, daher feiern die Wissenschaftler die Entdeckungen auch besonders. Das meldet das Online-Magazin Space.com. Die NASA hatte gestern die neuen Bilder des James-Webb-Teleskops veröffentlicht. Der Tarantula-Nebel wurde in der Vergangenheit von einer Reihe Observatorien fotografiert, aber nie in einer solchen Klarheit, wie sie das Webb-Teleskop aufnahm.

Tarantelnebel NGC 2070

Tarantelnebel NGC 2070

Der Tarantula-Nebel ist die größte und hellste Sternentstehungsregion unter den Galaxien in der Nähe unserer eigenen. Das macht ihn seit jeher zu einem beliebten Objekt für Wissenschaftler, die ganz allgemein die Sternentstehung untersuchen: Wie die NASA erklärt, ist der Tarantula-Nebel für Wissenschaftler von besonderem Interesse, da er eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweist wie die Sternentstehungsgebiete während der sogenannten "kosmischen Mittagszeit" des Universums.

Sternentstehung auf ihrem Höhepunkt

Das ist der Zeitraum, in dem das Universum nur ein paar Milliarden Jahre alt war und die Sternentstehung ihren Höhepunkt erreichte. In unserer eigenen Galaxie gibt es keine Regionen, in denen neue Sterne in einem ähnlich rasanten Tempo entstehen.

James Webb Space Teleskop

Die Auswertung der neuen Fotos läuft derzeit. Mithilfe der drei Infrarot-Instrumente von Webb wurden besonders abgegrenzte und klare Bilder des Tarantelnebels aufgenommen. Durch die Betrachtung mit der Nah-Infrarotkamera (NIRCam) von Webb erkennt man gut, was diesem Nebel seinen Namen verlieh - es sind etliche lange dünne Fäden, die um einen Haufen massereicher junger Sterne angehäuft sind. Auf den Fotos sieht man die Fäden blau leuchten. Nach Angaben der NASA wurden Zehntausende dieser jungen Sterne noch nie zuvor gesehen, da sie von kosmischem Staub verdeckt waren.

Stellare Winde und die Strahlung dieser jungen Sterne haben das Zentrum des Nebels ausgehöhlt, der sich ständig verschiebt und seine Form verändert. Die Filamente, die sie umgeben, verbergen weitere Protosterne.

Tatsächlich hat der Nah-Infrarot-Spektrograf des Webb-Satelliten einen solchen Stern beobachtet, der hinter seinem staubigen Schleier hervorgetreten ist. Laut NASA wäre die Aktivität des Sterns ohne die hochauflösenden Spektren von Webb im Infrarotbereich nicht zu erkennen gewesen.

Hubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im Detail
Infografik Hubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im Detail

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