Minderjährigen-Schutz ungenügend: Instagram kassiert satte Strafe

Christian Kahle, 06.09.2022 08:26 Uhr 2 Kommentare
Der Facebook-Konzern Meta schafft es nicht mehr, mit seinem Geschäftsgebaren durchzukommen. Jetzt hat auch die Tochter Instagram in Europa eine saftige Strafe aufgebrummt bekommen - aufgrund ihres Umgangs mit den Daten Minderjähriger. Die Ermittlungen wurden durch die irische Datenschutzbehörde vorgenommen, da Instagram seinen Europa-Sitz auf der Insel hat. Dieses Gremium galt bisher eigentlich als nicht besonders scharf, da Irland als einstiges Armenhaus Europas viel daran gelegen ist, Heimathafen der großen Tech-Konzerne zu sein. Dies ermöglicht entsprechend einen Eindruck, wie stark die Verfehlungen sein müssen, damit es zu hohen Strafen kommt.

Und als eine solche lässt sich ein Bußgeld von 405 Millionen Dollar, wie es jetzt gegen Instagram verhängt wurde, durchaus einstufen. Die vollständige Begründung will die irische Behörde in der kommenden Woche veröffentlichen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.


Kein besonderer Schutz

In der Untersuchung ging es im Kern darum, dass Instagram es auch seinen minderjährigen Nutzern zwischen 13 und 17 Jahren ermöglichte, Accounts zu betreiben, bei denen sensible Daten wie die Telefonnummer oder die E-Mail-Adresse für eine Kontaktaufnahme öffentlich waren. Solche Informationen bedürfen laut der europäischen Rechtslage eines besonderen Schutzes.

Die irische Aufsichtsbehörde hatte ihre Einschätzung der Situation bereits im Dezember getroffen und einen Entwurf für die nun offiziell ergangene Entscheidung mit ihren Schwesterbehörden der Europäischen Union im Rahmen des "One-Stop-Shop"-Systems zur Regulierung großer multinationaler Unternehmen geteilt. Hier geht es darum, dass sich nicht alle nationalen Gremien mit dem gleichen Fall befassen müssen, sondern die Behörde des Landes, in dem sich der Hauptsitz eines Unternehmens befindet, die Untersuchung stellvertretend für alle durchführt.

Instagram kündigte bereits an, die Entscheidung in dieser Form nicht akzeptieren zu wollen und Widerspruch einzulegen. Die Plattform habe die Einstellungen vor über einem Jahr geändert und seitdem neue Funktionen eingeführt, um Jugendliche zu schützen und ihre Daten privat zu halten, sagte ein Meta-Sprecher. Daher sieht man eine solch hohe Strafe, die sicherlich auch als Druckmittel dienen soll, nicht als gerechtfertigt an.

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