EU will die Hersteller zu Smartphones mit besseren Akkus zwingen

Witold Pryjda, 02.09.2022 14:51 Uhr 16 Kommentare
Die Europäische Union hat sich in den vergangenen Monaten gleich mehrere Themen aus der Hardware-Welt vorgenommen, das bekannteste ist wohl der Kampf für einen einheitlichen Ladegeräte-Standard. Nun geht die EU das nächste Thema an, nämlich eine bessere Akkulaufzeit. Die EU, genauer gesagt die Europäische Kommission, will die Lebensdauer von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets erhöhen sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen verbessern. Laut einem Entwurf will die EU erreichen, dass "Mobiltelefone und Tablets so konzipiert sind, dass sie energieeffizient und langlebig sind, die Verbraucher sie leicht reparieren, aufrüsten und warten sowie die Geräte wiederverwendet und recycelt werden können".

Konkret will die EU erreichen, dass Hersteller professionellen Reparatureinrichtungen zumindest 15 unterschiedliche Teile liefern, und zwar über einen Zeitraum von fünf Jahren nachdem das Gerät zum ersten Mal in den Verkauf gegangen ist. Konsumenten sollen dadurch während dieser Zeit eine garantierte Möglichkeit haben, u. a. an Akkus, Displays, Ladegeräte, Rückseitenabdeckungen und sogar SIM- und Speicherkartenfächer zu kommen.


Ziel dieser Maßnahme ist es nicht nur, den Kunden das Reparieren der Geräte wesentlich zu erleichtern, die EU will dadurch auch den CO₂-Fußabdruck in ganz Europa verringern. Laut einem Bericht der Financial Times würde eine Verlängerung der Lebenszyklen von Smartphones um fünf Jahre in etwa dem Ausscheiden von fünf Millionen Autos aus dem Verkehr entsprechen.

Laut der EU würden die Hersteller auf diese Weise gezwungen, Produkte herzustellen, die länger halten und leichter repariert werden können, das werde überdies Abfälle reduzieren und das Recycling verbessern.

Akkus müssen länger halten

Was die Akkus betrifft, so will die EU die Hersteller zwingen, den Kunden Ersatzbatterien bereitzustellen. Wenn das nicht möglich ist, sollen die Akkus stattdessen eine Reihe an Ausdauertests absolvieren müssen, damit die Geräte auf den Markt kommen dürfen. Künftig müssen die Hersteller sicherstellen, dass Geräte nach 1000 Ladezyklen noch auf 80 Prozent der Nennkapazität kommen.
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