Torrent-Nutzer droht 18 Monate Gefängnis - für das Teilen von 40 Filmen

Witold Pryjda, 24.08.2022 12:34 Uhr 9 Kommentare
Torrent-Tracker sind immer noch für einen signifikanten Anteil an Piraterie verantwortlich, doch bei dieser Art des Filesharing gibt es schwerwiegende Nachteile. Denn in der Regel lädt man hier nicht nur herunter, sondern auch hoch. Für einen Nutzer könnte das ernste Konsequenzen haben. Die meisten Torrent-Nutzer greifen auf öffentlich zugängliche Quellen zu, der bekannteste Tracker ist und bleibt natürlich The Pirate Bay. Inhalte sind dort schnell und ohne Anmeldung oder Einladung zu finden. Torrents können allerdings auch über private Tracker bezogen werden. Der Zugang dazu ist im Normalfall eingeschränkt bzw. nur auf Einladung möglich.

Private Tracker gelten zumeist als sicherer, weil hier die Piraten unter sich bleiben. Allerdings wird von den Mitgliedern solcher "geschlossenen Veranstaltungen" erwartet, dass sie nicht nur herunterladen, sondern auch ausreichend Inhalte selbst anbieten.


Wie erwähnt gilt diese Lösung als sicherer, allerdings nur solange, bis sich Behörden und Ermittler der Sache zielgerecht annehmen und es auch gelingt, in der "Innere" eines solchen Trackers durchzudringen. Das ist auch dem dänischen Tracker DanishBits passiert, denn dieser wurde vor knapp zwei Jahren hochgenommen.

Haftstrafen gegen die Drahtzieher

Einer der Hauptverantwortlichen flüchtete, wurde aber in Marokko festgenommen und später nach Dänemark ausgeliefert und zu einer Haftstrafe verurteilt. Im Zuge dieses Falles wurde auch gegen einen weiteren hochrangigen Nutzer von DanishBits eine bedingte Gefängnisstrafe ausgesprochen.

Die Behörden ließen es offen, ob sie ähnlich hart gegen weitere Nutzer vorgehen werden. Wie TorrentFreak berichtet, hat die Anti-Piraterie-Gruppierung Rights Alliance nun aber gegen weitere Nutzer Strafanzeigen gestellt. Anwender, die mehr als zehn Filme zum Upload anboten, müssen jetzt mit Konsequenzen rechnen.

Rights Alliance setzt auf Abschreckung, wie deren Chefin Maria Fredenslund in einem Interview erklärte: "Für uns ist es das Wichtigste, dass wir einen Grundsatz im Strafrecht aufstellen können. Und dass es die Polizei ist, die das tun muss. Wir verfolgen, was in der Welt vor sich geht, und wir können sehen, dass eine hohe Strafe Auswirkungen darauf hat, wie die Leute Filme herunterladen und davon absehen, sie herunterzuladen."

Dabei geht man eben auch gegen ganz normale Nutzer vor, in einem Fall geht es um das Anbieten von 40 Filmen. Als Strafe drohen ihm bis zu 18 Monate Haft. Ob das Gericht ein solches Strafmaß auch tatsächlich in Erwägung zieht, ist nicht bekannt - und auch nicht zu hoffen.

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