Ryugu: Staub des Asteroiden teilweise älter als unser Sonnensystem

Christian Kahle, 17.08.2022 16:26 Uhr 2 Kommentare
Es war einer der größten Erfolge der jüngeren Raumfahrtgeschichte, als die Sonde Hayabusa2 vor zwei Jahren Proben eines Asteroiden zur Erde brachte. Inzwischen liegen Daten aus der Analyse des Staubs vor und es zeigen sich bemerkenswerte Details. So konnten Staubkörner in der Probe identifiziert werden, die älter sind als unser Sonnensystem. Die alten Partikel in den Proben vom Asteroiden Ryugu bestehen aus Siliziumkarbid, einer chemischen Verbindung, die auf der Erde nicht natürlich vorkommt. Nach Angaben der Forscher, die die Untersuchung durchführten, gibt es verschiedene Arten von Siliziumkarbidkörnern, die sich durch ihre Isotopensignatur unterscheiden, also durch die Anzahl der Neutronen im Kern der Silizium- und Kohlenstoffatome, aus denen die Verbindung besteht.

Partikel vom Asteroiden
Winzige Partikel im Ryugu-Staub

In den Proben, die von Ryugu zur Erde gebracht wurden, entdeckte man einige bereits bekannte Arten von Siliziumkarbid, aber auch eine extrem seltene Form von Silikat, die durch chemische Prozesse in Asteroiden leicht zerstört werden kann. Das Material wurde "in einem weniger chemisch veränderten Fragment gefunden, das wahrscheinlich vor solchen Einflüssen geschützt war", so die Forscher.

Meteoriten liefern auch

Dass Material auf dem Asteroiden zu finden ist, das älter als das Sonnensystem ist, stellt für die Wissenschaftler allerdings keine völlige Überraschung dar. Denn ähnliche Stoffe wurden auch schon in Meteoriten gefunden, die auf der Erdoberfläche einschlugen. Dabei handelt es sich letztlich ebenfalls um Asteroiden, die zuvor lange in unserem Sonnensystem herumflogen. Die Proben vom Asteroiden sind trotzdem wichtig, da sie noch nicht durch die extremen Bedingungen beim Sturz durch die Erdatmosphäre verändert wurden.

Die japanische Hayabusa2-Mission landete im Juli 2019 auf Ryugu, einem erdnahen Asteroiden, der alle 16 Monate eine Umlaufbahn um die Sonne vollzieht. Die Sonde brachte etwa 5 Gramm Weltraumstaub zur Erde, der seit der Ankunft im Dezember 2020 in Labors auf der ganzen Welt analysiert wird.

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