Riskante Lösung für die Reparatur der NASA-Sonde Lucy gefunden

Nadine Dressler, 06.08.2022 17:02 Uhr
Vor rund zehn Monaten meldete die NASA schon kurz nach dem Start ein Problem bei ihrem Sonden-Projekt Lucy. Lucy sollte innerhalb der kommenden 12 Jahre sieben Asteroiden besuchen, doch es gibt einen Schaden bei der Stromversorgung. Im vergangenen Jahr startete die NASA die Raumsonde Lucy, die die trojanischen Asteroiden in der Nähe der Lagrange-Punkte des Jupiters erforschen sollte. Kurz nach dem Start traf man jedoch auf ein Problem: Eines der großen Solarzellenfelder ließ sich nicht vollständig ausfahren und einrasten.

Damit erschien das Prestige-Projekt schon zum Scheitern verurteilt, denn wenn Lucy auf ihrem Weg sich immer weiter weg von der Sonne bewegt, wird die Stromausbeute aus dem nicht voll entfalteten Solarpanel irgendwann nicht mehr ausreichen. Nun hat die NASA bekannt gegeben, dass es dem Team hinter dem Projekt gelungen ist, das Problem so weit zu beheben, dass die Mission fortgesetzt werden kann - auch ohne große Einbußen hinnehmen zu müssen.

NASA-Sonde Lucy
Der Fächer klemmt: Lucy hat Probleme mit seinen Paneelen

NASA-Sonde Lucy

Das Team entschied sich nach der ersten Analyse des Fehlers im Herbst 2021 schnell für zwei mögliche Lösungen. Die eine bestand darin, die Anlage einfach so zu verwenden, wie sie war, da sie mit etwas Optimierung immer noch 90 Prozent der erwarteten Leistung erbrachte. Die andere bestand darin, zu versuchen, die Leine zur Aufstellung des Solarpanels stärker zu ziehen, indem man sowohl den Reservemotor als auch den Hauptmotor einsetzt, damit sie sich weiter aufwickeln und den Verriegelungsmechanismus aktivieren konnte.

Da beide Motoren nie für den gleichzeitigen Betrieb ausgelegt waren, erstellte das Team ein Modell, um die möglichen Ergebnisse und potenzielle Auswirkungen zu testen. Nach monatelangen Simulationen entschied man sich für die Zwei-Motoren-Option. Sie ließen den Haupt- und den Backup-Solarmotor siebenmal gleichzeitig laufen und schafften es so, die Anlage weiter zu öffnen und zu spannen. Leider klappte es dennoch noch nicht, dass die Verriegelung eingerastet werden kann. Dafür hat das Panel nun eine wesentlich höhere Spannung, "sodass es deutlich stabiler ist, um wie für den Missionsbetrieb erforderlich zu funktionieren", so die NASA.

Nächster Meilenstein im Oktober 2022

Mit diesem Ergebnis ist die NASA schon sehr zufrieden. Lucy ist damit jetzt "bereit und in der Lage, den nächsten Termin wahrzunehmen, nämlich den Austritt aus der Erdanziehung im Oktober 2022", heißt es. Das erste Asteroiden-Ziel soll übrigens erst im Jahr 2025 erreicht werden.

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