Schlafterror gegen Geld: "Sleep Streamer" verdienen zehntausende Euro

John Woll, 05.08.2022 13:25 Uhr 20 Kommentare
Immer beobachtet beim Schlafen, gegen Geld können Zu­schau­er auch noch nerven: Genau dieser Trend macht schon ei­ne Wei­le un­ter der Überschrift "Sleep Streamer" auf sich auf­merk­sam. Die be­kann­tes­ten Pro­fi-Schlä­fer ver­die­nen zehn­tau­sen­de Eu­ro im Monat.

Wenn der gestörte Schlaf zum Geschäft wird

Wann und mit wem genau der Trend der "Sleep Streamer" seinen Anfang nahm, ist schwer zu sagen. Ungefähr seit dem Jahr 2020 finden sich auf Streaming-Plattformen Menschen, die ein Geschäft daraus machen, für die ganze Welt sichtbar friedlich vor der Kamera zu schlummern. Doch wie so oft war das den Zuschauern schnell nicht mehr genug. Im Jahr 2022 haben sich "Interactive Sleep Streamer" darauf spezialisiert, die sadistische Ader mancher Zuschauer mit kostenpflichtigen Störangeboten zu Geld zu machen, wie jetzt Wired berichtet.



Die simple und schlafraubende Idee: Jede Online-Spende löst in den wohl präparierten Livestream-Schlafzimmern eine Aktion aus. Die reichen von klassischen, von einer Computerstimme vorgelesenen Botschaften über blinkende Lichter bis hin zu Ideen wie dem Premium-Angebot eines Streamers, der sich für 95 US-Dollar mit einem Schock-Armband drangsalieren lässt.

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Das "lohnt" sich

Im Gespräch mit Wired beschreibt der "Sleep Streamer" Mikkel Nielsen, dass sich das bezahlte, gestörte Schlafen finanziell durchaus lohnt: "Wenn ich zweimal im Monat Sleep Streams mache, verdiene ich genug, um meine Miete und meine Rechnungen zu bezahlen", sagt er. Andere Branchenteilnehmer sind hier weniger zurückhaltend. Einer der aktuell bekanntesten Streamer dieser Art, Jakey Boehm, will alleine im Mai 34.000 US-Dollar verdient haben, der ebenfalls in der Szene sehr bekannte "Asian Andy" brauchte für 16.000 US-Dollar nach eigenen Angaben nur 7 Stunden Nichtschlaf.

Nielsen macht keinen Hehl daraus, dass er nach seinen anstrengenden Arbeitsnächten, sobald der Stream vorbei ist, erst einmal schlafen geht. Er ist aber davon überzeugt, hier so manchem Zuschauer mit seinem ungewöhnlichen Angebot einen echten Dienst zu erweisen: "Jemand, der versucht einzuschlafen, genügt, um eine andere Person glücklich zu machen, es reicht, um sie ihre Probleme vergessen zu lassen und einfach mal für 20 Minuten zu lachen", sagt er.

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